SHELTER

Inhalt: Michael Mason (Jason Statham), ein untergetauchter Elite-Agent, lebt auf einer abgelegenen Insel in Schottland. Als er in einem schweren Sturm ein Mädchen vor dem Ertrinken rettet, setzt er damit eine Kette von Ereignissen in Gang, die sein Versteck enttarnen und ihn zurück in die Welt zwingen. Dort muss er nicht nur um das Überleben der Teenagerin kämpfen, sondern sich auch den Dämonen seiner Vergangenheit stellen …

© Tobis

Solide Action, leere Zwischenräume

Nur wenige Dinge im Kino funktionieren so verlässlich wie ein Action-Thriller mit Jason Statham. Die Rollenverteilung ist bekannt, die Dramaturgie praktisch in Stein gemeißelt. Ein ehemaliger Elitekämpfer hat sich aus der Welt zurückgezogen, lebt abgeschottet, schweigsam, moralisch geläutert, bis die Vergangenheit anklopft und ihn zwingt, noch einmal alles rauszuhauen. Shelter reiht sich nahtlos in diese Tradition ein, ohne ihr jedoch neue Impulse zu verleihen.

Statham spielt den ehemaligen Regierungsagenten Michael Mason, der allein auf einer abgelegenen schottischen Insel lebt und seinen Alltag zwischen Selbstversorgung und stoischer Isolation verbringt. Der einzige menschliche Kontakt ist die junge Lieferantin Jesse, gespielt von Bodhi Rae Breathnach. Als ein Sturm sie verletzt zurücklässt und gleichzeitig Feinde aus Masons Vergangenheit auftauchen, entsteht eine widerwillige Zweckgemeinschaft. Flucht, Verfolgung und unausweichliche Gewalt folgen prompt.

Regisseur Ric Roman Waugh weiß, wie man Action inszeniert, und genau hier liegt die größte Stärke des Films. Die Kampfsequenzen sind sauber choreografiert, effizient gefilmt und erfüllen genau das, was man von einem Statham-Film erwartet. Mason räumt Gegnertrupps mit routinierter Präzision aus dem Weg, bleibt dabei unverletzt und wirkt selbst im handgestrickten Cardigan gefährlicher als jede paramilitärische Einheit.

SHELTER
© Tobis Film

Verlässlich, aber ermüdend

Sobald die actionreichen Szenen jedoch pausieren, zeigen sich die Schwächen des Films. Das Drehbuch von Ward Parry stützt sich zu stark auf abgedroschene Genreklischees und pseudo-coole Sprüche, die besonders unpassend wirken, da Mason eigentlich ein traumatisiertes Kind beschützen soll. Anstelle menschlicher Reaktionen gibt es nur noch Sprüche von „harten Kerlen“ und emotionale Entwicklungen bleiben eher Behauptungen als Handlungen.

Die Geschichte bedient sich großzügig bei bekannten Geheimdienst-Thrillern im Stil von Bourne, wirft mit ominösen Codenamen und dubiosen Organisationen um sich, ohne daraus echte Spannung oder thematische Tiefe zu gewinnen. Nebenfiguren bleiben nur Beiwerk. Bodhi Rae Breathnach, zuletzt stark in Hamnet, kämpft vergeblich um Präsenz, während Daniel Mays und Naomi Ackie völlig unterfordert bleiben.

So unterhaltsam es auch ist, Statham dabei zuzusehen, wie er namenlose Schergen aus dem Weg räumt, so fühlt sich Shelter doch wie ein Film an, den man schon x-mal gesehen hat. Die altbekannte Formel funktioniert zwar immer noch, aber sie knarzt mittlerweile lautstark. Was fehlt, sind Überraschungen, Eskalationen oder zumindest ein Funken Selbstironie, die dem Stoff etwas frischen Wind verleihen könnte.

Fazit: Shelter ist routiniert inszeniert, ordentlich gespielt und liefert genau das, was auf der Verpackung steht. Doch die Handlung ist dünn, vorhersehbar und selbst für Genre-Verhältnisse erstaunlich fantasielos.

Film Bewertung 4 / 10