RUNNER

Inhalt: Der ehemalige Elitesoldat Hank Malone (Alan Ritchson) verdient sein Geld als Kurier für besonders heikle Frachten und macht dabei um Ärger stets lieber einen großen Bogen, bis ihn eines Tages ein besonders lukrativer Auftrag mitten in eine mörderische Verfolgungsjagd katapultiert. Gemeinsam mit dem medizinischen Kurier Ben (Owen Wilson) soll Hank ein überlebenswichtiges Organ für ein todkrankes, siebenjähriges Mädchen transportieren. Doch ein skrupelloser Verbrecherboss hat es ebenfalls auf die wertvolle Fracht abgesehen. Die Mission eskaliert, als die brutale Gang vor nichts zurückschreckt, das Organ in ihre Gewalt zu bringen. Hank und Ben geraten plötzlich in einen gnadenlosen Wettlauf gegen die Zeit. Während die Straßen entlang der australischen Gold Coast immer mehr zum Schlachtfeld werden, muss sich Hank auch noch den Dämonen seiner eigenen Vergangenheit stellen.

Eine einfache Idee sorgt für den nötigen Zeitdruck

Alan Ritchson braucht in „Runner“ keine lange Einführung. Ein finsterer Blick, ein verschwiegener Schmerz und die Gewissheit, dass sich seine Gegner den falschen Mann ausgesucht haben: Wer „Reacher“ kennt, findet sich sofort zurecht. Scott Waughs Actionfilm fordert seinen Hauptdarsteller kaum heraus, weiß dessen Präsenz aber zu nutzen. Das Ergebnis ist schnell, stellenweise witzig und ziemlich vorhersehbar.

Ritchson spielt Hank Malone, einen ehemaligen Soldaten, der sich nach Krieg und persönlichen Verlusten in Brisbane ein neues Leben aufbauen will. Als Fahrer übernimmt er einen scheinbar einfachen Auftrag: Gemeinsam mit dem Organkurier Ben Bishop soll er eine Spenderleber transportieren. Doch ein Kartell hat es auf die Lieferung abgesehen. Aus der Fahrt wird ein Kampf entlang der Gold Coast. Die Spenderleber ist ein guter Ausgangspunkt für einen Actionfilm. Sie muss rechtzeitig ankommen, darf nicht beschädigt werden und kann nicht einfach ersetzt werden. Damit stehen Ziel und Gefahr sofort fest, ohne dass „Runner“ seine Handlung umständlich erklären muss.

Regelmäßige Rückblicke auf die wartende Mutter Kate (Leila George), und ihre schwer kranke Tochter halten die Folgen eines Scheiterns im Blick. Das ist ein einfacher Griff nach den Gefühlen des Publikums, funktioniert aber. Hinter der umkämpften Lieferung steht ein Kind, dessen Leben von dieser Fahrt abhängt. Weniger Mühe gibt sich der Film mit seinen Gegnern. Rodrigo Santoros Kartellboss Dámian Zaldívar bleibt blass, seine Biker-Handlanger sind austauschbare Ziele. Sie sollen bedrohlich aussehen und Hank beschäftigen. Viel mehr verlangt das Drehbuch nicht von ihnen.

Auch das ungleiche Duo folgt einem bekannten Muster. Hank ist wortkarg und kampferprobt, Ben redet viel und gerät angesichts der Gewalt schnell in Panik. Owen Wilson bringt den nötigen Charme mit, damit das Zusammenspiel trotzdem Spaß macht. Seine Nervosität lockert Hanks verbissene Ernsthaftigkeit auf. Ritchson wiederum lässt hinter der rauen Fassade genug Verletzlichkeit erkennen, um nicht nur als Muskelpaket durch den Film zu laufen. Seine Vergangenheit wird kurz umrissen, ohne die Handlung unnötig in die Länge zu ziehen.

Ritchson schlägt zu, Wilson redet sich durch die Kulissen

Mehr als den verwundeten Einzelgänger darf er allerdings kaum spielen. Sobald Hank seine Gegner davor warnt, sich mit ihm anzulegen, ist die Nähe zu „Reacher“ kaum noch zu übersehen. Waugh setzt vor allem auf rasante Autofahrten. Die Fahrzeuge schlängeln sich durch den Verkehr, während Kamera und digitale Effekte um sie herumwirbeln. Das sorgt für Bewegung und hält den Film auf Trab. Auffällig ist nur, wie ordentlich die übrigen Verkehrsteilnehmer Platz für das Chaos lassen.

Deutlich härter fallen einige der direkten Auseinandersetzungen aus. Für einen Film über die Rettung eines Menschenlebens häuft „Runner“ erstaunlich viele Tote an. Manche Tötungen sind so brutal, dass sie den lockeren Ton kurz unterbrechen. Lange hält sich der Film damit nicht auf: Die Gegner bleiben gesichtslose Schläger, deren Tod den Weg zur nächsten Actionszene freimacht.

Fazit: „Runner“ lebt vom Zusammenspiel seiner Stars und einer Handlung, die kaum Pausen macht. Humor und die Sorge um das kranke Mädchen geben der Gewalt gerade genug Gegengewicht. Die platten Klischee – Bösewichte und die vertraute Rollenverteilung verhindern jedoch, dass daraus mehr wird als durchschnittliche Actionunterhaltung. Für einen unkomplizierten Filmabend reicht es – lange im Gedächtnis bleibt diese Lieferung allerdings nicht.

Film Bewertung 5 / 10