Eine Schriftstellerin macht fremde Leben zu ihrem Material
Nach seiner Weltpremiere im Wettbewerb von Cannes kommt Asghar Farhadis „Parallele Leben“ nach Deutschland. Das Drama feiert am 27. September 2026 beim Filmfest Hamburg seine Deutschlandpremiere und startet anschließend am 3. Dezember 2026 bundesweit im Kino. Im Zentrum steht Isabelle Huppert als zurückgezogen lebende Schriftstellerin, die ihre Nachbarn beobachtet und deren Leben zunehmend in ihre eigene Literatur einfließen lässt. An ihrer Seite spielen Virginie Efira, Vincent Cassel, Pierre Niney, Adam Bessa und Catherine Deneuve.
Sylvie lebt zurückgezogen in Paris, umgeben von Büchern und einer hartnäckigen Schreibblockade. Auf der Suche nach neuem Stoff beginnt sie, durch ein altes Fernrohr die Wohnung auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu beobachten. Dort arbeiten die Brüder Nicolas und Théo, gespielt von Vincent Cassel und Pierre Niney, gemeinsam mit ihrer Kollegin Nita, verkörpert von Virginie Efira, an der Vertonung von Filmen. Sylvie macht das Gesehene zum Ausgangspunkt ihres neuen Romans: Was sie beobachten kann, übernimmt sie, und jene Gespräche, die sie nicht hören kann, erfindet sie selbst.
Als sie den jungen Adam, gespielt von Adam Bessa, engagiert, um sie bei alltäglichen Dingen zu unterstützen, beginnt sich die Grenze zwischen ihrer erfundenen Geschichte und der Wirklichkeit zu verschieben. Figuren, Beobachtungen und Konstruktionen finden ihren Weg zurück in Sylvies eigenes Leben, bis nicht mehr eindeutig ist, welche Ereignisse tatsächlich geschehen und welche durch ihre Wahrnehmung oder ihre Literatur geprägt wurden. Aus einer zunächst fast voyeuristischen Versuchsanordnung entwickelt Farhadi so einen psychologischen Thriller über Beobachtung, Interpretation und die Folgen davon, fremden Menschen eine Geschichte zuzuschreiben.

Asghar Farhadi kehrt zu seinen moralischen Grauzonen zurück
Farhadi schrieb das Drehbuch gemeinsam mit seinem Bruder Saeed Farhadi. Inhaltlich knüpft der zweifache Oscar-Preisträger an Themen an, die bereits viele seiner Arbeiten geprägt haben: die Unsicherheit menschlicher Wahrnehmung, widersprüchliche Wahrheiten und Situationen, in denen eindeutige moralische Zuordnungen zunehmend unmöglich werden. Für „Nader und Simin – Eine Trennung“ sowie „The Salesman“ wurde Farhadi jeweils mit dem Oscar für den besten internationalen Film ausgezeichnet.
Vorstellungen beim Filmfest Hamburg
Sonntag, 27.9.2026
14:45 Uhr
CinemaxX 1 – Deutschlandpremiere
Samstag, 3.10.2026
17:00 Uhr
Passage Kino
Für seine neue Produktion hat er ein prominent besetztes französisches Ensemble zusammengestellt. Neben Isabelle Huppert, Virginie Efira, Vincent Cassel, Pierre Niney und Adam Bessa übernimmt Catherine Deneuve eine Nebenrolle. Damit verbindet „Parallele Leben“ Farhadis bislang vor allem mit iranischen und internationalen Produktionen verbundene Erzählweise mit einigen der bekanntesten Gesichter des französischen Kinos.
Nach der Weltpremiere im Wettbewerb der Internationalen Filmfestspiele von Cannes wird „Parallele Leben“ beim Filmfest Hamburg in der Sektion Voilà gezeigt. Die Deutschlandpremiere findet am 27. September im CinemaxX statt, eine zweite Vorstellung folgt am 03. Oktober im Passage Kino. Farhadi selbst wird bei der Premiere nicht anwesend sein.





