Vom viralen Indie-Hit zum Festival-Phänomen
Nach seinem viralen Low-Budget-Erfolg „Milk & Serial“ wird Regisseur Curry Barker bereits seit einiger Zeit als eine der spannendsten neuen Stimmen im Horror-Genre gehandelt. Mit „Obsession – Du sollst mich lieben“ untermauert er diesen Ruf und erweitert seinen Ansatz deutlich. Der Film feierte 2025 seine Premiere auf dem Toronto International Film Festival in der Sektion „Midnight Madness“ und wurde dort direkt wahrgenommen.
Es folgten weitere Stationen auf renommierten Genre-Festivals. Beim Sitges Film Festival wurde das Projekt mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet. Auch beim SXSW in Austin war der Film vertreten. Damit positioniert sich Barker klar im internationalen Festivalzirkus und zeigt, dass er nicht nur virale Aufmerksamkeit generieren kann, sondern auch im kuratierten Umfeld funktioniert.
Eine Idee zwischen Wunsch und Kontrolle
Im Zentrum der Geschichte steht Bear, ein hoffnungsloser Romantiker, der den klassischen Fehler begeht, Gefühle erzwingen zu wollen. Er nutzt ein magisches Objekt namens „One-Wish-Willow“. Ein Artefakt, das Wünsche erfüllt, sobald es zerbrochen wird. Sein Ziel ist klar. Sein Crush soll sich endlich in ihn verlieben. Zunächst scheint der Plan aufzugehen. Doch schnell wird deutlich, dass dieser Wunsch nicht ohne Konsequenzen bleibt. Der Preis für die erzwungene Liebe ist hoch und entfaltet sich Schritt für Schritt in eine zunehmend unheimliche Richtung.
Barkers Ansatz liegt in der konsequenten Verschiebung von Genregrenzen. „Obsession – Du sollst mich lieben“ beginnt wie eine klassische romantische Fantasie. Doch diese kippt zunehmend in ein düsteres Szenario über Kontrolle, Manipulation und die zerstörerische Kraft unerfüllter Sehnsüchte. Der Film nutzt dabei ein klares Was-wäre-wenn-Szenario und entwickelt daraus eine Erzählung, die weniger auf Schockmomente als auf eine schleichende Eskalation setzt.
Die Hauptrolle des Bear übernimmt Michael Johnston, bekannt aus „Teen Wolf“. Seine Darstellung bewegt sich zwischen Verletzlichkeit und wachsender Besessenheit. Inde Navarrette spielt Nikki, das Objekt seiner Zuneigung. Ihre Figur wird zunehmend zum Spiegel der unnatürlichen Dynamik, die durch den Wunsch ausgelöst wird. Ergänzt wird das Ensemble durch Cooper Tomlinson, Megan Lawless und Andy Richter, die das Umfeld der zentralen Figuren mit unterschiedlichen Perspektiven erweitern.
Klare kreative Handschrift
Curry Barker übernimmt bei diesem Projekt mehrere Schlüsselrollen. Neben der Regie verantwortet er auch das Drehbuch und den Schnitt. Diese kreative Kontrolle ist im Film spürbar. Die Inszenierung folgt einer klaren Vision und baut konsequent auf Atmosphäre und Eskalation. Kameramann Taylor Clemons unterstützt diesen Ansatz mit einer Bildsprache, die zwischen Intimität und Bedrohung pendelt. Produktionsdesign und Kostüm greifen diese Dualität auf und verstärken den Kontrast zwischen romantischer Vorstellung und düsterer Realität.
Die Filmmusik von Rock Burwell ergänzt das Geschehen mit einer zunehmend unruhigen Klangstruktur, die die emotionale Entwicklung der Figuren unterstreicht „Obsession – Du sollst mich lieben“ ist ein konsequent gedachter Genre-Mix, der romantische Wunschfantasien mit psychologischem Horror verbindet. Curry Barker gelingt es, aus einer einfachen Prämisse eine beklemmende Geschichte über Kontrolle und emotionale Abhängigkeit zu entwickeln. Ein Film, der weniger durch klassische Horror-Mechaniken funktioniert, sondern durch seine unangenehme Nähe zur Realität.
Ein bemerkenswerter Schritt für einen Regisseur, der sich damit endgültig als relevante Stimme im modernen Horror-Kino positioniert. In Deutschland setzt der Film seine Festivalreise mit einem besonderen Auftakt fort: OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN eröffnet die Fantasy Filmfest Nights von Deutschlands größtem und bekanntestem Genre-Festival und wird in sieben Städten vor Branchenvertretern sowie Horror-Fans präsentiert.
Hier die Screening Termine:
- 16. April um 19:00 Uhr und 19:15 Uhr – Zoo Palast Berlin
- 16. April um 19:00 Uhr – Savoy Filmtheater Hamburg
- 16. April um 19:00 Uhr – Residenz Astor Lounge Köln
- 16. April um 19:00 Uhr – Cinecitta Nürnberg
- 23. April um 19:15 Uhr – Harmonie Frankfurt
- 23. April um 19:15 Uhr – City Kino München
- 23. April um 19:15 Uhr – Metropol Stuttgart






