NO GOOD MEN

Eine Kamerafrau dokumentiert den bevorstehenden Umbruch in Kabul

Der Berlinale-Eröffnungsfilm „No Good Men“ erhält einen deutschen Kinostart. Das neue Werk der afghanischen Regisseurin Shahrbanoo Sadat kommt am 10. Dezember 2026 in die Kinos. Zuvor wird die politische Liebeskomödie am 27. September beim Filmfest Hamburg gezeigt. Sadat führte nicht nur Regie, sondern übernahm auch die Hauptrolle der Kamerafrau Naru.

Die Geschichte spielt im Sommer 2021. Naru arbeitet als einzige Kamerafrau beim größten Fernsehsender Kabuls. Privat kämpft sie nach der Trennung von ihrem untreuen Ehemann um das Sorgerecht für ihren dreijährigen Sohn. Ihre bisherigen Erfahrungen haben sie zu der Überzeugung gebracht, dass es keine anständigen Männer gibt. Beruflich eröffnet sich ihr gleichzeitig eine neue Chance: Naru darf mit dem bekannten Reporter Qodrat zusammenarbeiten. Während die beiden gemeinsam die letzten Tage einer schwindenden gesellschaftlichen Freiheit dokumentieren, verändert sich ihre Beziehung.

Aus der professionellen Zusammenarbeit entsteht eine unerwartete Nähe, durch die Naru ihre Haltung gegenüber Qodrat und ihre grundsätzlichen Überzeugungen neu hinterfragen muss. Die Liebesgeschichte spielt vor dem Hintergrund der Ereignisse im August 2021 und des bevorstehenden politischen Umbruchs in Afghanistan. Persönliche Annäherung, journalistische Arbeit und die zunehmende Bedrohung der errungenen Freiheiten werden dadurch eng miteinander verbunden. Weltkino bezeichnet die Produktion als erste afghanische romantische Komödie.

NO GOOD MEN
Bild © Virginie Surdej

Shahrbanoo Sadat steht vor und hinter der Kamera

Shahrbanoo Sadat übernimmt selbst die Rolle der Naru. Zum weiteren Ensemble gehören Anwar Hashimi, Liam Hussaini und Yasin Negah. Die Filmemacherin richtet den Blick besonders auf die Lebensrealitäten afghanischer Frauen und erzählt die politischen Entwicklungen aus der Perspektive einer Figur, die sowohl beruflich als auch privat um Selbstbestimmung kämpfen muss. Sadat wurde international durch ihren Spielfilm „Wolf and Sheep“ bekannt.

In „No Good Men“ verbindet sie erneut persönliche Erfahrungen und gesellschaftliche Beobachtungen mit einer fiktionalen Geschichte. Die Produktion entstand als Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Frankreich, Norwegen, Dänemark und Afghanistan. Der Film hat eine Laufzeit von 104 Minuten. „No Good Men“ eröffnete im Februar die Berlinale 2026. Beim Filmfest Hamburg wird der Film nun in der Reihe Hamburger Premieren gezeigt. Die Vorstellung findet am 27. September 2026 um 14.30 Uhr im Metropolis statt. Shahrbanoo Sadat wird den Film persönlich präsentieren und steht während ihres Aufenthalts außerdem für Interviews zur Verfügung.