Inhalt: Nach zahlreichen erfolgreichen Spielzeugverfilmungen bringt Mattel mit MATCHBOX: DER FILM seine berühmten Miniaturfahrzeuge erstmals als großes Action-Abenteuer auf die Leinwand. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Freundinnen und Freunden, deren Wiedersehen sie unvermittelt in eine gefährliche Mission mit weltweiten Ausmaßen führt. Sean (John Cena), der frühere Anführer der Clique und inzwischen Undercover-Agent der CIA, kehrt nach langer Zeit in seine Heimatstadt zurück. Seine Rückkehr löst jedoch eine Kettenreaktion aus, die die gesamte Gruppe in eine rasante Verfolgungsjagd rund um den Globus verwickelt. Gemeinsam müssen sie sich einer Bedrohung stellen, von der das Schicksal der Welt abhängt.
Eine alte Liebe und ein verschwundener Atomsprengkopf
Dass sich aus einer bekannten Marke ein guter Film machen lässt, hat „Barbie“ eindrucksvoll bewiesen. Auch „BlackBerry“ und „Tetris“ zeigten, dass selbst vermeintlich trockene Produkte als Grundlage für unterhaltsame Geschichten dienen können. Doch nicht jede Marke eignet sich für die große Leinwand. Mit „Matchbox“ versucht Skydance, aus den beliebten Spielzeugautos ein Actionabenteuer zu machen. Das Ergebnis ist eine Mischung aus aufdringlicher Produktwerbung, austauschbaren Figuren und einer Geschichte, die selbst mit einem talentierten Ensemble kaum in Fahrt kommt.
Die Geschichte beginnt 1997 in einer amerikanischen Kleinstadt, die mit ihrer makellosen Kulisse eher an die 1950er-Jahre erinnert. Der junge Sean (Graham Harvey) ist heimlich in seine Freundin Aimee (Reagan Marum) verliebt. Weil sie Autos liebt, möchte er ihr eine Matchbox-Version ihres Traumwagens schenken. Zuvor darf der gemeinsame Mentor Smalley (Bill Camp) allerdings ausführlich erklären, was diese kleinen Spielzeugautos so besonders macht. Schon hier wirkt der Film mehr wie eine Werbeveranstaltung als der Beginn einer spannenden Geschichte.
Sean bringt es nicht fertig, Aimee seine Gefühle zu gestehen, und verlässt wenig später die Stadt. 28 Jahre später ist aus ihm ein internationaler Geheimagent geworden, gespielt von John Cena. Nach einer Mission, bei der er einen verschwundenen Atomsprengkopf sicherstellt, kehrt er zur Beerdigung von Smalley in seine Heimat zurück. Dort trifft er Aimee (Jessica Biel) und seine alten Freunde Ted (Arturo Castro), Crosby (Sam Richardson) und Charmaine (Teyonah Parris) wieder.
Das Wiedersehen dauert allerdings nicht lange, denn die gesamte Clique wird entführt. Der geborgene Sprengkopf ist erneut verschwunden und ausgerechnet Sean und seine Freunde stehen unter Verdacht. Um ihre Unschuld zu beweisen, müssen sie die gefährliche Waffe wiederfinden. Was folgt, ist eine vorhersehbare Mischung aus Verfolgungsjagden, Agentenklischees und reichlich konstruierten Wendungen.

Viel Action, wenig Tempo und noch weniger Ideen
Mit Sam Hargrave sitzt ausgerechnet der Regisseur der beiden „Extraction“-Filme auf dem Regiestuhl. Als ehemaliger Stuntman versteht er normalerweise, wie man physische Action wirkungsvoll inszeniert. Umso enttäuschender fällt das Ergebnis aus. Die Verfolgungsjagden bleiben überraschend einfallslos, die Kämpfe besitzen kaum Wucht und selbst größere Actionszenen entwickeln selten echte Spannung. Kamera und Schnitt liefern zwar die üblichen schnellen Bewegungen und Perspektivwechsel, können den fehlenden Ideen aber wenig entgegensetzen.
Das größte Problem liegt allerdings in der Verbindung zur Marke. Während „Barbie“ seine Spielzeugvorlage geschickt nutzte, um eine eigene Geschichte zu erzählen, weiß „Matchbox“ mit seinen kleinen Autos erstaunlich wenig anzufangen. Die Figuren fahren gelegentlich schnelle Wagen, doch daraus entsteht weder ein originelles Konzept noch eine erkennbare Verbindung zum Spielzeug. Stattdessen wird der Markenname immer wieder ins Gedächtnis gerufen, ohne dass er für die Handlung eine wirkliche Bedeutung hätte.
Auch das Ensemble kann daran wenig ändern. John Cena bringt seine gewohnte Mischung aus körperlicher Präsenz und trockenem Humor mit, während Jessica Biel als Aimee kaum Gelegenheit bekommt, ihrer Figur mehr Tiefe zu verleihen. Arturo Castro, Sam Richardson und Teyonah Parris sorgen vereinzelt für amüsante Momente, doch die Freundschaft zwischen den Charakteren bleibt oberflächlich. Obwohl ihre gemeinsame Vergangenheit ständig betont wird, entsteht nie das Gefühl, dass diese Menschen tatsächlich eine enge Verbindung haben.
Mit Corey Stoll, Danai Gurira und Golshifteh Farahani stehen weitere erfahrene Darsteller zur Verfügung, die jedoch ebenfalls wenig aus ihren Rollen machen können. Mal sollen sie Vertrauen schaffen, mal Misstrauen wecken. Das Drehbuch verteilt diese Aufgaben nach Bedarf, ohne den Figuren eigene Konturen zu geben. Selbst die emotionale Geschichte zwischen Sean und Aimee wirkt wie ein pflichtbewusster Zusatz zu einer ohnehin überladenen Handlung.
Fazit: Ein Totalschaden mit Ansage
Visuell bleibt der Film ebenso austauschbar. Die künstlich wirkende Kleinstadtidylle zu Beginn setzt den Ton für eine Inszenierung, der es an eigener Handschrift fehlt. Weder das Produktionsdesign noch die Actionbilder entwickeln einen besonderen Wiedererkennungswert. Auch Musik und Soundeffekte versuchen vergeblich, den Verfolgungsjagden jene Energie zu verleihen, die ihnen erzählerisch und inszenatorisch fehlt.
„Matchbox“ ist ein lächerliches Durcheinander aus aufdringlicher Produktplatzierung, abgedroschener Agentengeschichte und überraschend schwacher Action. Selbst Sam Hargraves Erfahrung und ein spielfreudiges Ensemble können nicht verhindern, dass der Film von einer vorhersehbaren Szene zur nächsten stolpert. Die Figuren bleiben blass, die Witze zünden nur gelegentlich und die Verbindung zur bekannten Spielzeugmarke wirkt erschreckend beliebig.
Am Ende ist „Matchbox“ vor allem ein missglückter Marketing-Schachzug, der weder den kleinen Autos noch dem Publikum einen Gefallen tut. Ein filmischer Autounfall, bei dem nicht einmal besonders viele Autos zusammenstoßen. Da ist man mit den Spielzeugautos tatsächlich besser bedient.
Film Bewertung 3 / 10





