Marie Curie | Porträt einer genialen Wissenschaftlerin

Filmplakat zu Marie Curie

Ab 16. Juli im Kino



Am 16. Juli hat das Warten endlich ein Ende, denn mit MARIE CURIE – ELEMENTE DES LEBENS startet das Arthouse-Highlight für den Sommer 2020 in den deutschen Kinos. In dem historischen Drama porträtiert die Oscar-nominierte Regisseurin Marjane Satrapi die Wissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin Marie Curie – eine einzigartige Frau, die nicht nur zwei neue Elemente entdeckte, sondern sich zeitlebens in einer von Männern dominierten Welt behaupten musste.

In unserem nachfolgenden Feature erfahrt ihr mehr über Marie Curie, ihre Entdeckungen und ihre Bedeutung für die Nachwelt.


Marie Curie – Porträt einer genialen Wissenschaftlerin

Man braucht im Leben nichts zu fürchten,

man muss es nur verstehen. Jetzt es ist es an der Zeit,

mehr zu verstehen, damit wir weniger fürchten.

Ausbildung und erste Schritte in Paris

Marie Curie
Filmaussschnitt Marie Curie ©Studiocanal

1867 in Warschau als Tochter eines Physik- und Mathematiklehrers geboren wurde Marie das Interesse an den Naturwissenschaften bereits in die Wiege gelegt. Marie Curie, geborene Sklodowska, beendete mit nur 16 Jahren die Schule als Klassenbeste. Weil es Frauen im damaligen Polen nicht erlaubt war an der Universität zu studieren, schloss sie mit ihrer Schwester Bronya einen Pakt, um sich gegenseitig ein Studium im Ausland zu finanzieren.

Während sich Bronya ihrem Medizinstudium in Paris widmete, verdiente Marie Geld als Privat- und Hauslehrerin. Sobald ihre Schwester ihr Studium beendet hatte, kam Marie 1891 ebenfalls nach Paris, um Physik und später auch Mathematik zu studieren. Dort begann sich ihr Genie schnell bemerkbar zu machen. Ihr Physikstudium absolvierte sie trotz Sprachschwierigkeiten als Jahrgangsbeste und ein Jahr darauf das Mathematikstudium als Zweitbeste.

Nun auf der Suche nach einem passenden Ort, an dem sie ihrer Forschung nachgehen konnte, lernte sie Pierre Curie kennen, der ihr einen Platz in seinem Labor anbot. Auf engstem Raum arbeitend begannen sie bald gemeinsam zu forschen, verliebten sich ineinander und heirateten schließlich 1895.

Eine revolutionäre Theorie und die Entdeckung neuer Elemente

Auf der Suche nach einem Promotionsthema wurde sie von einer Beobachtung ihres Doktorvaters Henri Becquerel inspiriert, der per Zufall die vom Element Uran ausgehende Strahlung entdeckte. Während ihrer Nachforschungen und mit Hilfe eines von Pierre entwickelten Elektrometers bemerkte Marie, dass auch das Element Thorium diese sonderbare Strahlung abgab. Darauf basierend entwickelte sie eine Theorie, die besagte, dass es eine Reaktion innerhalb der Atome geben musste, die diese Strahlung verursachte. Gemeinsam gaben sie diesem Phänomen den Namen „Radioaktivität“.

Später entdeckte Marie, dass aus der Pechblende, der das Uran bereits entnommen wurde, eine höhere Strahlung ausging als vom Uran selbst. Sie vermutete, dass ein bislang unentdecktes Element die Ursache sei. Es bedeutete jahrelange mühsamste Arbeit, um genügend Material dieses neuen Elements zu gewinnen. In dieser Zeit hieß das Ehepaar Curie ihre erste Tochter willkommen, bevor sie 1898 ihre Entdeckung nachweisen und Polonium, nach Maries Herkunftsland, taufen konnten.

Da die verbleibende Masse trotz der Entnahme von Polonium auffallend radioaktiv war, vermuteten Marie und Pierre ein weiteres unbekanntes Element dahinter und setzten ihre Forschung fort. Nach erneut langer körperlich anstrengender Arbeit konnte Marie das neue Element erfolgreich isolieren. Die Curies gaben diesem zweiten Element den Namen Radium, nach dem lateinischen Wort für Strahl.


Auszeichnungen und eine Professur

Für die wegweisende Forschung, die zur Entdeckung der Radioaktivität führte und noch ungeahnte Auswirkungen auf die Menschheit haben sollte, erhielten Pierre und Marie Curie gemeinsam mit Henri Becquerel 1903 den Nobelpreis in Physik. So wurde Marie Curie zur weltweit ersten Nobelpreisträgerin in demselben Jahr, in dem sie auch als erste Frau Europas einen Doktortitel in Physik erhielt.

1904 begann Pierre an der Sorbonne zu lehren und Marie übernahm die Leitung des Labors, wobei sie im selben Jahr noch ihre zweite Tochter zur Welt brachte. Nach Pierres tragischem Unfalltod nicht einmal zwei Jahre später übernahm Marie seine Lehrposition an der Sorbonne und wurde damit die erste Professorin an der renommierten Universität.

1911 wurde sie erneut mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, damals als erste Person, der diese Ehre gleich zweimal zuteil wurde, noch dazu in zwei verschiedenen Disziplinen – Physik und Chemie. Trotz dieser einzigartigen Erfolge geriet Marie Curie aufgrund einer Affäre mit einem verheirateten Studenten ihres Mannes in der Öffentlichkeit unter Beschuss. Dieser Skandal überschattete ihre erheblichen Leistungen lange Zeit und machte ihr persönlich schwer zu schaffen.

Bedeutung für die Nachwelt

Im Herzen eine Humanistin ließ es sich Marie nicht nehmen aktiv zu werden als der Erste Weltkrieg ausbrach. Sie baute mobile Röntgenstationen und fuhr gemeinsam mit ihrer Tochter Irène zur Front, um Verwundete richtig zu diagnostizieren und vor vermeidbaren Amputationen zu retten. 1934 starb Marie Curie vermutlich an Anämie, eine mögliche Folge ihrer Arbeit mit radioaktiven Stoffen.

Ihre visionäre Forschung war ein wichtiger Schritt in die moderne Welt und hatte unbestreitbare Auswirkungen auf die Menschheit. Von der Entwicklung von Strahlentherapien zur Bekämpfung von Krebserkrankungen bis zur Verwendung von Kernkraft zur Energiegewinnung hatte die Entdeckung von Radioaktivität einen immensen Einfluss auf die Geschichte und Gesellschaft.


Zum Film:

Sie veränderte die Welt: Marie Curie, visionäre Wissenschaftlerin und zweifache Nobelpreisträgerin, entdeckte die Radioaktivität und ebnete den Weg zur Moderne.

Paris, Ende des 19. Jahrhunderts: In der akademischen Männerwelt der Universität Sorbonne hat Marie Skłodowska (Rosamund Pike) als Frau und auf Grund ihrer kompromisslosen Persönlichkeit einen schweren Stand. Allein der Wissenschaftler Pierre Curie (Sam Riley) ist fasziniert von ihrer Leiderschaft und Intelligenz und erkennt ihr Potential. Er wird nicht nur Maries Forschungspartner sondern auch ihr Ehemann und die Liebe ihres Lebens. Für ihre bahnbrechenden Entdeckungen erhält Marie Curie als erste Frau 1903 gemeinsam mit Pierre den Nobelpreis für Physik. Sein plötzlicher Tod erschüttert sie zutiefst, aber Marie gibt nicht auf. Sie kämpft für ein selbstbestimmtes Leben und für ihre Forschung, deren ungeheure Auswirkungen sie nur erahnen kann und die das 20. Jahrhundert entscheidend prägen werden.

In ihrer ausgeprägten Handschrift inszeniert die Oscar-nominierte Regisseurin Marjane Satrapi („Persepolis“, „Huhn mit Pflaumen“) MARIE CURIE – ELEMENTE DES LEBENS als historisches Drama, das mit dem Fokus auf die Nachwirkungen von Curies Entdeckungen aktueller gar nicht sein könnte. Eine faszinierende Reise durch die Lebens- und Wirkungsgeschichte von Marie Curie – die als eine von zwei Personen überhaupt je einen Nobelpreis in zwei unterschiedlichen Fachgebieten erhielt und dennoch in einer Männerdomäne zeitlebens um Anerkennung ringen musste.

Als außergewöhnliches Forscher- und Ehepaar beeindrucken Rosamund Pike („Gone Girl“) und Sam Riley („Control“). Das Drehbuch von Jack Thorne („Wonder“) basiert auf der Graphic Novel „Radioactive: Marie & Pierre Curie: A Tale of Love and Fallout“ von Lauren Redniss.


©Studiocanal

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