KRUX

Ein Dorf wartet auf einen Krieg, der längst verloren ist

Das historische Drama „Krux“ steht vor gleich zwei internationalen Festivalpremieren. Der Debütfilm von Tony Vahl feiert seine Weltpremiere beim 51. Toronto International Film Festival und wurde anschließend für den Wettbewerb des 74. Internationalen Filmfestivals von San Sebastián ausgewählt. In den Hauptrollen spielen Jella Haase und Frida-Lovisa Hamann zwei Frauen in einem nordostdeutschen Dorf am Ende des Zweiten Weltkriegs.

Inspiriert von wahren Ereignissen erzählt der Film von einer Gemeinschaft, die kurz vor dem Zusammenbruch des NS-Regimes mit einem Befehl konfrontiert wird, der ihre letzten moralischen Gewissheiten zerstört. Der deutsche Kinostart ist für den 4. Februar 2027 vorgesehen. Kurz vor Kriegsende sind die meisten Männer des Dorfes an der Front, während Frauen, Kinder und wenige Zurückgebliebene versuchen, den Alltag aufrechtzuerhalten. Schule, Kirche, Hochzeiten und Arbeit folgen weiterhin ihren vertrauten Ritualen, obwohl die Front immer näher rückt. Als der Fluss plötzlich unbekannte Leichen freigibt, beginnt die scheinbare Ordnung zu zerfallen.

Niemand weiß, wann der Feind eintreffen wird, doch die Angst vor dem Kommenden wird zunehmend stärker als die tatsächliche Bedrohung. Der Glaube an einen guten Ausgang schwindet, moralische Gewissheiten lösen sich auf und innerhalb der Dorfgemeinschaft entsteht ein Klima, in dem niemand mehr sicher sein kann, welchen Entscheidungen er noch trauen darf.

KRUX
© Vuelta Germany

Ein Befehl stellt das Dorf vor eine unmögliche Entscheidung

Die Eskalation beginnt mit der Anweisung, kein lebender Deutscher dürfe dem Feind in die Hände fallen. Der Bürgermeister drängt darauf, den Befehl auszuführen, während der Pfarrer Widerstand leistet und der Lehrer erstmals an den Überzeugungen zweifelt, die er sein Leben lang vermittelt hat. Die Konsequenzen tragen vor allem die Frauen: Greta, gespielt von Jella Haase, und Anni, verkörpert von Frida-Lovisa Hamann, müssen das Dorf weiter am Leben halten, die Kinder schützen und zugleich entscheiden, was Schutz überhaupt noch bedeutet.

Tony Vahl entwickelt daraus ein historisches Kammerspiel über die letzten Tage einer verlorenen Ordnung und die Frage, was von Moral, Glauben und Gemeinschaft übrig bleibt, wenn staatliche Autorität selbst zur existenziellen Bedrohung wird. Neben Jella Haase und Frida-Lovisa Hamann gehören Clemens Schick, Lukas Miko, Martin Wuttke, Steffi Kühnert, Hans-Uwe Bauer und Lilly Marie Tschörtner sowie die Nachwuchsdarsteller Marlene Franzone, Phileas Heyblom und Hugo Goers zum Ensemble. Produzentinnen sind Martina Haubrich und Ewa Puszczyńska, das Drehbuch stammt ebenfalls von Tony Vahl. Nach den Festivalstationen in Toronto und San Sebastián startet