IRON BOY

Ein Stützkorsett verändert Christophes Leben auf dem Bauernhof

Neue Visionen bringt den französisch-belgischen Animationsfilm „Iron Boy“ am 21. Januar 2027 in die deutschen Kinos. Regisseur Louis Clichy erzählt darin von einem elfjährigen Jungen, der durch ein Stützkorsett, die Musik und seine erste Liebe einen neuen Platz in der Welt findet. Der handgezeichnete Film wurde 2026 in Cannes und beim Animationsfilmfestival Annecy ausgezeichnet.

Der elfjährige Christophe lebt mit seiner Familie auf einem Bauernhof im ländlichen Frankreich. Er verliert immer wieder das Gleichgewicht und stürzt ohne Vorwarnung. Gleichzeitig kämpft der Hof mit finanziellen Problemen. Sein strenger Vater erwartet, dass der Junge bei der Ernte mithilft und seinen Anteil zur Arbeit der Familie beiträgt. Ein Arzt verordnet Christophe ein Stützkorsett, das seine Wirbelsäule stabilisieren und weitere Stürze verhindern soll. Für seinen Vater bedeutet die Behandlung zunächst, dass ihm eine Arbeitskraft fehlt. Christophe wird deshalb zum Messdienst in der örtlichen Kirche geschickt.

Was wie eine Einschränkung beginnt, eröffnet dem Jungen einen neuen Lebensbereich. In der Kirche entdeckt er die Orgel und seine Begeisterung für Musik. Das Instrument ermöglicht ihm einen Ausdruck, den er in seinem bisherigen Alltag nicht gefunden hat. Als die rebellische Clara in sein Leben tritt, wird diese Veränderung auch zu einer Geschichte über erste Liebe und das Erwachsenwerden.

Louis Clichy verarbeitet Erfahrungen aus seiner eigenen Kindheit

„Iron Boy“ orientiert sich an persönlichen Erfahrungen des Regisseurs. Louis Clichy trug als Kind selbst über längere Zeit ein Stützkorsett. Außerdem erlebte er die Veränderungen des bäuerlichen Lebens durch neue Technologien und den zunehmenden Bedeutungsverlust traditioneller Arbeitsweisen. Für den Film entwickelte Clichy einen handgezeichneten Stil, dessen Farbgebung an Aquarellmalerei erinnert. Die körperliche Enge des Korsetts und Christophes wachsendes Selbstbewusstsein werden dabei mit seiner musikalischen Entwicklung verbunden.

Die verwendete Musik stammt von Gabriel Fauré. „Iron Boy“ ist Clichys erste alleinige Regiearbeit an einem Langfilm. Zuvor arbeitete er als Animationskünstler an „WALL-E“ und „Oben“. Gemeinsam mit Alexandre Astier inszenierte er außerdem „Asterix im Land der Götter“ und „Asterix und das Geheimnis des Zaubertranks“. „Iron Boy“ feierte seine Weltpremiere in der Cannes-Reihe „Un Certain Regard“ und erhielt dort den Spezialpreis der Jury. Beim Animationsfilmfestival Annecy folgten drei weitere Auszeichnungen: der Jurypreis für den besten Film, der Publikumspreis für einen Langfilm und der Preis der Gan Foundation für den Verleih.