“In The Shadow Of The Moon” | Netflix | Film Kritik

Netflix Filmplakat In The Sahdow Of The Moon

Film: In the Shadow of the Moon
Regie: Jim Mickle
Verfügbar auf: Netflix (seit September 2019)
Länge: 115 min
FSK: 16


Filmkritik:

von Nicola Scholz

1988 versucht der Polizist Thomas Lockhart zum Detective aufzusteigen. Da kommt es ihm gerade gelegen, dass mehrere Mordfälle die Stadt Philadelphia heimsuchen. Alle scheinen die selbe Struktur haben. Jemand hat aus Mund, Nase und Ohren geblutet, das Gehirn ist nicht mehr vorhanden und im Nacken sind drei Einstiche zu finden. Schnell haben sie eine Beschreibung einer Verdächtigen. Lockhart und sein Kollege beginnen an der Jagd teilzunehmen und haben als erste eine Spur.

In einer U- Bahnhaltestelle stellt Thomas die Unbekannte schließlich. Diese jedoch scheint sich ihrer Sache ganz sicher zu sein. Zudem kennt sie Thomas Namen und gratuliert ihm zu seinem Kind, das gerade geboren wird. Die Verdächtige strauchelt und fällt vor eine herein fahrende U-Bahn. Damit scheint der Fall gelöst.


In the Shadow Of the Moon
Boyd Holbrook (Mitte) – bekannt aus der Erfolgsserie Narcos ©Netflix

Mörderjagd im neun Jahre Rhythmus

Neun Jahre später sitzt Thomas mit seiner Tochter am Küchentisch als ein Anruf ihn aus seinen Gedanken reißt. Eine erneute Mordserie erschüttert die Stadt und die Toten weisen die selben Merkmale auf wie vor neun Jahren. Ist eine Nachahmerin möglich oder scheint das Ganze viel größere Ausmaße zu haben?

Netflix versteckt doch einige interessante Filme bei sich ohne großartig Werbung für diese im Vorfeld zu machen. Auch „In the Shadow of the Moon“ gehört zu diesen Filmen. Zunächst, auch durch den Trailer versinnbildlicht, glaubt man es ginge um Vampire und eine abgedroschene schon zig mal gesehene Handlung. Um so erfrischender das dies nicht der Fall ist. Stattdessen prescht der Film mit einem Tempo voran, dass man kaum Luft holen kann. Die erste Hälfte des Filmes wird bestimmt durch Action, die Jagd nach der Verdächtigen und seltsamen Ereignissen die sich überschlagen.

Erst nachdem einiges klarer scheint, nimmt der Film sich ein wenig zurück und lässt, durch die Gedanken die sich langsam zu verdichten beginnen, seine Spannung spielen. Aber gerade die zweite Hälfte verliert dadurch zu schnell an Fahrt, da das vorgegebene Tempo der ersten Hälfte uns sehr schnell mitgerissen hat und wir nun zu schnell abgebremst werden.

Dennoch macht das Katz und Maus Spiel Spaß und erinnert an die großen Blockbuster. Und auch wenn der Name Mickle noch nicht bekannt ist im Filmgeschäft, schafft er es hier nach seinen trashigen Vorgängerfilmen einen durchaus passablen Thriller hervorzubringen.


In the Shadow of the Moon
© Netflix

Kurzweilige Unterhaltung abseits der B Movie Liebesfilme bei Netflix

Durch die verschiedenen Zeiten, durch die der Film uns trägt, er spielt alle neun Jahre für einen Tag lang, und durch die andere mystische Ebene, erinnert er auch an Filme wie „Inception“ nur für das Netflix Publikum gemacht.

Kurzweilig, gut produziert und stark gespielt. Für Unterhaltung abseits der B Movie Liebesfilme die Netflix sonst sehr gerne produziert, die auch funktionieren und für die breitere Masse gestrickt sind. Es sind aber genau diese Filme die Netflix mehr aufleben lassen und von denen man sich gerne mehr wünschen würde.

Und auch wenn „In the Shadow of the Moon“ durchaus seine Schwächen aufweist und auch das sehr schnelle Ende, das dem gut durchdachten restlichen Handlungsstrang etwas blass aussehen lässt, hat Netflix hier eine seiner stärkeren Karten ausgespielt.

Der Film ist blutig, düster und spannend, eben alles was ein Thriller braucht, und durch die zweite Ebene eben auch teilweise genial durchdacht. Schade das es nicht bis zum Ende anhält, es steckt sehr viel mehr Potenzial in der Geschichte als der Film sich raus nimmt zu erzählen. Für einen spannenden unterhaltsamen Abend schafft dieser Thriller es aber durchaus zu fesseln.

Meine Meinung: 7/10

Nicola Scholz betreibt den Blog Wortzauber und schreibt Rezensionen für Kinomeister. Sie ist leidenschaftlicher Filmfan und hat bereits bei zwei Kurzfilmen Regie geführt. Nicola ist regelmäßiger Gast bei der Berlinale.


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