In How to Make a Killing – Todsicheres Erbe geht Glen Powell buchstäblich über Leichen, um sich das zurückzuholen, was er für sein angeborenes Recht hält. Regisseur John Patton Ford, der bereits mit Emily the Criminal ein feines Gespür für moralische Grauzonen bewiesen hat, inszeniert einen eleganten Thriller, der tiefschwarzen Humor, pointierte Dialoge und präzise gesponnene Intrigen zu einem genüsslich bösen Kinoerlebnis verbindet.

Ein Erbe, das Blut fordert
Becket Redfellow (Glen Powell) ist kultiviert, intelligent, charmant – und vollkommen mittellos. Zumindest gemessen an dem Vermögen, das ihm seiner Überzeugung nach zusteht. Seine Mutter Mary war einst Teil des milliardenschweren Redfellow-Imperiums, wurde jedoch bei Beckets Geburt von der eigenen Familie verstoßen und starb später verarmt. Für Becket ist das kein tragischer Zufall, sondern ein Diebstahl. Nun, Jahre später, ist er entschlossen, das vermeintlich Gestohlene zurückzuholen.
Mit kühler Berechnung entwickelt Becket einen ebenso raffinierten wie mörderischen Plan, um die sieben wohlhabenden Verwandten auszuschalten, die zwischen ihm und dem Familienbesitz stehen. Einer nach dem anderen kommt bei ebenso kreativen wie makaber inszenierten „Unfällen“ ums Leben. Während sich der Kreis der Erben lichtet, gerät Becket jedoch zunehmend unter Druck. Seine neue Beziehung zu Ruth verlangt nach Ehrlichkeit, während zugleich die gefährlich verführerischen Avancen seiner Jugendliebe Julia alte Gefühle und neue Risiken wecken.
Glen Powell als Gentleman-Killer
John Patton Ford inszeniert diesen Rache-Thriller mit sichtbarem Vergnügen an seinen Figuren und ihrer Abgründigkeit. Der Film lebt von seinem Tonfall, der Eleganz und Zynismus mühelos miteinander verbindet. Im Zentrum steht Glen Powell, der Becket als charismatischen Außenseiter anlegt, dessen Lächeln ebenso einladend wie bedrohlich wirkt. Powell spielt ihn nicht als reinen Psychopathen, sondern als Mann, der sich selbst zum moralischen Richter über Leben und Tod erklärt.
An seiner Seite überzeugt Margaret Qualley mit einer Präsenz, die zwischen Verletzlichkeit und Stärke changiert. Ed Harris verleiht dem Film mit seiner routinierten Autorität zusätzliches Gewicht, während Jessica Henwick das Beziehungsgeflecht weiter zuspitzt. Gemeinsam tragen sie ein Ensemble, das den schwarzen Humor nie ins Leere laufen lässt und die moralische Kälte der Geschichte genüsslich ausstellt.
How to Make a Killing – Todsicheres Erbe ist ein stilvoller, herrlich schurkischer Thriller, der seine tödliche Familiengeschichte mit Witz, Tempo und erzählerischer Präzision erzählt. John Patton Ford verbindet bissige Gesellschaftssatire mit klassischem Rachekino und findet in Glen Powell einen Hauptdarsteller, der Charme und Skrupellosigkeit mühelos vereint. Ein mordsmäßig unterhaltsames Stück Kino.






