GHOST SCHOOL

Zwischen Geistergeschichten und gesellschaftlicher Realität

Mit „Ghost School“ erzählt Regisseur eine bewegende Geschichte über den Wert von Bildung, gesellschaftliche Ungleichheit und den Mut, vermeintliche Wahrheiten zu hinterfragen. Der Film feierte seine Weltpremiere beim 50. Toronto International Film Festival, bevor er bei der 76. Berlinale seine Europapremiere erlebte.

Im Mittelpunkt steht die junge Rabia, deren Leben sich schlagartig verändert, als die einzige Schule ihres Dorfes geschlossen wird. Während die Jungen künftig eine Schule im Nachbardorf besuchen dürfen, bleibt den Mädchen diese Möglichkeit verwehrt. Rabia will die Entscheidung nicht akzeptieren und macht sich auf die Suche nach den wahren Hintergründen. Auf ihrer Suche spricht Rabia mit den Erwachsenen ihres Dorfes. Doch statt ehrlicher Antworten begegnen ihr Schweigen, Ausflüchte und widersprüchliche Erklärungen. Immer wieder hört sie dasselbe Gerücht: Die Schule sei verflucht und der Lehrer von einem Dschinn besessen.

Je tiefer Rabia in die Geschichte eintaucht, desto stärker zweifelt sie an den überlieferten Erzählungen. Hinter den Legenden scheint sich eine weit größere Wahrheit zu verbergen. Aus der Suche eines Kindes entwickelt sich eine Auseinandersetzung mit Aberglauben, Machtstrukturen und Korruption, die weit über das Schicksal einer einzelnen Schule hinausgeht.

GHOST SCHOOL
© Jip Film & Verleih

Sozialrealismus trifft auf magischen Realismus

Inspiriert von Abbas Kiarostamis Film Wo ist das Haus meines Freundes? erzählt „Ghost School“ seine Geschichte konsequent aus der Perspektive eines Kindes. Gerade dieser Blick macht die gesellschaftlichen Widersprüche besonders eindringlich sichtbar. Der Film basiert auf dem realen Phänomen der sogenannten „Geisterschulen“ in Pakistan – Bildungseinrichtungen, die offiziell existieren, tatsächlich aber nie betrieben werden oder geschlossen bleiben.

Diese reale Problematik verbindet die Inszenierung mit Elementen des magischen Realismus und schafft so ein eindrucksvolles Drama über Bildung, soziale Gerechtigkeit und den Mut, sich gegen festgefahrene Strukturen zu stellen. Mit seiner Mischung aus poetischer Erzählweise und gesellschaftlicher Relevanz zählt „Ghost School“ zu den bemerkenswertesten internationalen Festivalfilmen des Jahres.