Inhalt: 318 Emilys gibt es an der Uni, aber er sucht nur die Eine. Viel mehr als ihren Namen weiß er nicht von ihr, aber wenn man verliebt ist, kann einen das nicht aufhalten. Und so stürzt ein Musiker namens Owen in FINDING EMILY einen ganzen Campus ins Chaos, als er mit Hilfe einer Psychologie Studentin versucht, seine Traumfrau wiederzufinden. Eine Mission, aber zwei Ziele, denn ganz selbstlos ist das Angebot, Owen zu helfen, nicht. Schließlich versucht sie herauszufinden, ob Liebe wirklich verrückt macht. Wenn diese unbändige Hoffnung auf das Finden ebendieser nicht der Beweis ist, was ist es dann? Doch nicht etwa liebenswert? Aber zuerst heißt es für die beiden: Wer sucht, der findet – oder ist etwa der Weg das Ziel?

Zwischen Romantik und zynischer Analyse
Romantische Komödien sind im Kino seltener geworden. Umso erfreulicher ist es, wenn ein Film wie „Finding Emily“ bewusst an die großen britischen Genreklassiker anknüpft. Die Produktion aus dem Hause Working Title erinnert immer wieder an Werke wie „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ oder die Filme von Richard Curtis, versucht dabei aber gleichzeitig einen modernen Blick auf Liebe, Beziehungen und die Unsicherheiten einer jüngeren Generation zu werfen.
Im Mittelpunkt steht der etwas chaotische Tontechniker Owen, der sich während seines Studiums Hals über Kopf in die geheimnisvolle Emily verliebt. Nach einer scheinbar perfekten ersten Begegnung verschwindet sie jedoch wieder aus seinem Leben. Das einzige Problem: Die Telefonnummer, die sie ihm hinterlassen hat, enthält eine fehlende Ziffer. Was folgt, ist eine zunehmend obsessive Suche nach der Frau, die ihm nicht mehr aus dem Kopf geht.
Bei seiner Suche trifft Owen jedoch auf die falsche Emily. Die amerikanische Psychologie Studentin sieht die Liebe nicht als romantisches Wunder, sondern als wissenschaftlich erklärbaren Ausnahmezustand. Für ihre Abschlussarbeit erkennt sie in Owens verzweifelter Suche nach seiner Traumfrau die perfekte Fallstudie und beginnt ein fragwürdiges Experiment, ohne dass Owen davon etwas ahnt.

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Charmante Darsteller retten kleinere Schwächen
Die Handlung bewegt sich dabei bewusst auf vertrautem Terrain. Verwechslungen, Missverständnisse und langsam entstehende Gefühle gehören zum festen Inventar des Genres. Dennoch gelingt es dem Film immer wieder, diese bekannten Muster mit einer gewissen Selbstironie zu betrachten. Das Drehbuch spielt mit Rom-Com-Klischees, hinterfragt sie teilweise und macht sich gleichzeitig liebevoll über sie lustig.
Nicht jede Idee des Films geht vollständig auf. Manche Handlungselemente wirken konstruiert, einige satirische Spitzen gegen moderne gesellschaftliche Debatten bleiben oberflächlich und nicht jede Wendung erscheint wirklich glaubwürdig. Doch diese Schwächen werden durch den Charme der Inszenierung und die sympathischen Hauptfiguren weitgehend ausgeglichen.
Besonders Angourie Rice und Spike Fearn überzeugen mit einer natürlichen Chemie und viel Spielfreude. Ihre Figuren tragen den Film durch die emotionalen und komödiantischen Momente gleichermaßen. Unterstützt wird dies von einer farbenfrohen Regie, einem lebendigen Manchester als Kulisse und einem gelungenen Soundtrack, der der Geschichte zusätzliche Leichtigkeit verleiht.
Fazit: „Finding Emily“ ist eine warmherzige und unterhaltsame britische Romantikkomödie, die klassische Genreformeln nicht neu erfindet, sie aber mit genügend Charme, Humor und Selbstironie präsentiert. Dank der überzeugenden Hauptdarsteller bleibt der Film trotz einiger Ungereimtheiten ein sympathischer Beitrag zum Genre.
Film Bewertung 6 / 10





