Filmkritik: Knives Out

Filmplakat Knives Out

Regie: Rian Johnson
Im Kino ab: 2. Januar 2020 – Länge: 131 min
FSK: 12


Story:

Nach dem 85 Geburtstag von Harlan Thrombey wird dieser mit durchgeschnittener Kehle aufgefunden. Es heißt es sei Selbstmord gewesen. Dennoch ermittelt die Polizei und Privatdetektiv Benoit Blanc, der von jemanden angeheuert wurde von dem er selbst nicht weiß wer er ist.

Dabei finden sie schnell heraus das nur wenige Familienmitglieder die Wahrheit sagen. Nur eine kann nicht Lügen, die junge Pflegerin Marta, welche sich immer sofort übergeben muss sobald sie auch nur daran denkt zu Lügen.

Marta soll nun Blanc helfen der Familie auf die Schliche zu kommen. Doch die Testamentverlesung stellt vieles auf den Kopf und Blanc versucht die Lücken zu schließen welche sich bei den neues Ereignissen ergeben. War es nun Selbstmord oder steckt doch jemand aus Harlans Familie dahinter?

Meine Kritik:

Miss Marple lässt grüßen, wenn Daniel Craig im Hintergrund das Klavier stimmt bei der Befragung der Familienmitglieder und dabei ruhig und gelassen den Dingen ihren Lauf nehmen lässt. Das ist schon ein phänomenaler erster Auftritt vom älter werdenden Bond. Währendessen dreht sich alles um die Lügen der Familienmitglieder und die geniale Besetzung eines jeden bis hin zur kleinsten Rolle. Auftritt der Hollywood Elite und keiner von ihnen gibt den Staffelstab so einfach weiter.

Jeder verdient sich hier seinen Auftritt gekonnt. In der ersten halben Stunde denkt man noch das Spiel zu durchschauen, so einfach wie alles scheint und die Lösung einem eigentlich zu schnell auf dem Silbertablett serviert wird. Doch der Film weiß was er macht ab der ersten Sekunde der Geschichte und spielt gekonnt ein Spiel mit seinen Zuschauern. Schnell nimmt er eine Wendung die herrlicher nicht hätte sein können. Durch Witz und Charme brilliert er in einem Cluedo Spiel de besonderen Partie.

Nichts wird hier einem einfach gemacht, viel eher gibt es Wendung um Wendung immer mehr Überraschungen und kleine Humorvolle Seitenhiebe. Auch wenn man denkt die Story könnte einfacher nicht sein und wir haben sie bestimmt schon tausend Mal gesehen. Der Mord an dem Familienvater und niemand will es gewesen sein. Die bösen Intrigen zwischen den Familienmitgliedern. Alles kommt einem Wage bekannt vor und man hat das Gefühl hier und das verstecken sich auch einige Anspielungen, alleine durch das Schwerterornament im Wohnzimmer vor dem ein Sessel steht. Das führt uns zum Szenenbild, welches wahnsinnig Impulsant wirkt, alleine das Haus in der ersten Einstellung mit den zwei Hunden davor, oder jegliches Detail bis hin zu einem versteckten Fenster hinter einer noch sonderbareren Abdeckung.

Es macht Spaß jedes dieser kleinen Details zu entdecken und dabei dem feurigen Spiel des Castes zuzuschauen. Und zum Glück stützt sich der Star Wars Regisseur Johnson nicht auf seinen Cast und versucht hier nicht nur mit Gesichtern bekannter Schauspieler zu Ködern, sondern tatsächlich eine irrwitzige, gut durchdachte Geschichte zu erzählen die so einfach gestrickt wie sie erscheint einfach nicht nachlässt und über ihre 120 Minuten eine spannende Achterbahnfahrt erzählt.

Eine der besten Krimi Komödien die ich seit langem sehen durfte und selbst mir hat sie hier und da ein Lachen entlockt und das ist wahrlich schwer, denn Humor ist eine Eigenschaft für sich und diesen richtig zu platzieren und für eine große Masse zugänglich zu machen noch viel schwieriger. Ein rundum gelungener Film der wozu Familienabenden einlädt mit einer Partie Cluedo im Nachgang.

Meine Meinung: 9/10


Zur Person:

Nicola Scholz betreibt den Blog Wortzauber und schreibt u.a Rezensionen für Kinomeister. Sie ist leidenschaftlicher Filmfan und hat bereits bei zwei Kurzfilmen Regie geführt. Nicola ist regelmäßiger Gast bei der Berlinale.