FASSADEN

Vom 21. Januar bis 12. Februar 2026 geht FASSADEN auf bundesweite Premieren-Tour, ehe der Film ab dem 12. Februar regulär in den deutschen Kinos startet. Regisseurin Alina Cyranek widmet sich darin einem Thema, dessen Zahlen eindeutig sind, dessen Realität jedoch oft verdrängt wird: häusliche Gewalt gegen Frauen. Der Film konfrontiert mit einem Leid, das selten öffentlich sichtbar ist, obwohl es mitten in der Gesellschaft stattfindet.

FASSADEN
© Rotzfrech Cinema

Eine verdichtete Wahrheit aus realen Erfahrungen

Im Zentrum von FASSADEN steht die Geschichte einer Frau, gesprochen von Sandra Hüller, die den Ausbruch aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung schildert. Gleichzeitig erzählt der Film von politischen und gesellschaftlichen Strukturen, die dieses Leid ermöglichen, indem sie wegsehen, relativieren oder unzureichend schützen.

Die Erzählung basiert auf vier realen Erfahrungsberichten, die zu einer Geschichte verdichtet wurden, um die Anonymität der Betroffenen zu wahren. Nichts ist erfunden, alle geschilderten Ereignisse haben sich so zugetragen. Formal geht FASSADEN bewusst über klassische Dokumentarfilmkonventionen hinaus. Ein Tanzpaar entwickelt in einer Blackbox körperliche, hochästhetische Bilder einer Beziehung, die zwischen Nähe, Kontrolle und Gewalt oszilliert.

Diese poetisch-physischen Sequenzen schaffen Raum für Ambivalenz und Komplexität und vermeiden einfache Zuschreibungen. Ergänzt wird dies durch Animationen, die Manipulation sichtbar machen: Einzelne Frames werden ausgedruckt, bearbeitet und wieder in den Film integriert, wodurch sich die psychische Zersetzung der Frau zunehmend materialisiert.

© Rotzfrech Cinema Foto: Felix Adler

Analyse statt Beruhigung

Den dokumentarischen Rahmen bilden sachliche Experteninterviews, die Machtverhältnisse, Dynamiken toxischer Beziehungen und das Versagen staatlicher Schutzmechanismen klar einordnen. FASSADEN verweigert sich dabei jeder Form von emotionaler Schonung. Die Brutalität der Zahlen, die physischen und psychischen Folgen der Gewalt und die systemische Ohnmacht der Betroffenen spiegeln sich direkt in der radikalen Form des Films wider.

Kino-Tour Termine:

21.01. | Halle | 19:00 | Puschkino | Infos
22.01. | Leipzig | 18:30 | Passage Kinos | VVK
23.01. | Dresden | 19:00 | Programmkino Ost | VVK
23.01. | Dresden | 20:30 | Thalia | VVK
24.01. | Berlin | 19:00 | Kino Krokodil | VVK  
25.01. | Hannover | 20:00 | Kino im Sprengel | Infos
26.01. | Hamburg | 20:00 | Zeise Kinos | VVK
27.01. | Ludwigslust | 18:30 | Luna Filmtheater | Infos
28.01. | Braunschweig | 19:00 | Universum Filmtheater | VVK

06.02. | Frankfurt | 19:30 | Mal Seh’n Kino
07.02. | Dortmund | 19:00 | Roxy Lichtspielhaus
08.02. | Köln | 16:00 | Filmpalette | VVK
08.02. | Düsseldorf | 19:00 | Bambi | VVK 
09.02. | Mössingen | 17:30 | Lichtspiele Mössingen
09.02. | Reutlingen | 19:15 | Kamino
10.02. | Überlingen | 19:00 | Kammer/Tivoli
11.02. | München | 18:30 | Monopol Kino | VVK
11.02. | München | 20:30 | Werkstatt Kino 

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12.02. | Bamberg | 18:30 | Lichtspiel
13.02. | Wiesbaden | 20:00 | Murnau Filmtheater 
18.02. | Jena | 20:00 | Café Wagner
20.02. | Leipzig | 18:30 | Schaubühne 
28.02. | Leipzig | 17:00 | Prager Frühling 

01.03. | Erfurt | 11:00 | Kinoklub 
01.03. | Kassel | 14:30 | Bali 
26.03. | Bautzen | 19:00 | Filmpalast

FASSADEN ist kein leicht konsumierbares Kino, sondern eine bewusste Zumutung. Der Film fordert Aufmerksamkeit, Aushalten und Reflexion. Er macht sichtbar, was oft hinter geschlossenen Türen bleibt, und stellt unbequeme Fragen an Gesellschaft, Politik und Justiz. Gerade darin liegt seine Relevanz und seine Notwendigkeit.