COLD STORAGE

Inhalt: Für Teacake (Joe Keery) und Naomi (Georgina Campbell) beginnt die wildeste Nachtschicht ihres Lebens, als in dem Self-Storage-Laden, in dem sie arbeiten, ein mysteriöser Pilz-Parasit ausbricht. Der hochgefährliche Mikro-Organismus stammt aus einer versiegelten Militärbasis unter dem Gebäude, ein Relikt geheimer US-Experimente, das jahrzehntelang unter Verschluss war. Doch jetzt breitet es sich rasend schnell aus und verwandelt Menschen wie Tiere in Zombie-ähnliche Kreaturen. Die Zeit läuft ab und es liegt nun an Teacake und Naomi mit Hilfe eines in die Jahre gekommenen Anti-Bioterror-Agenten (Liam Neeson), die Menschheit vor ihrem Untergang zu bewahren.

© Studiocanal Germany

Wenn Bürokratie zur Apokalypse führt

David Koepp ist als Drehbuchautor untrennbar mit Blockbuster-Franchises wie „Jurassic Park“, „Mission: Impossible“, „Spider-Man“ oder „Indiana Jones“ verbunden. Doch immer wieder zieht es ihn zu kompakteren, eigenwilligeren Genrestoffen. Mit „Cold Storage“, basierend auf seinem eigenen Roman von 2019, verbindet er die wissenschaftliche Bedrohungslogik von „Andromeda: Tödlicher Staub aus dem All “mit dem anarchischen Untoten-Charme von „The Return Of The Living Dead“.

Im Zentrum steht ein mutierter Pilz, der sich in einer unterirdischen Hochsicherheitsanlage ausbreitet. Was einst als streng geheime Isolierstation gedacht war, ist durch politische Sparmaßnahmen zu einem vergessenen Anhängsel einer halbseriösen Lagerhalle verkommen. Als ein alter Alarm ausgelöst wird, fühlt sich niemand mehr zuständig. Die neue Regierung setzt andere Prioritäten. Die potenzielle Zombie-Apokalypse wird zur Randnotiz administrativer Gleichgültigkeit.

(L-R) Liam Neeson, Lesley Manville, and Sosie Bacon in Cold Storage (2026)
 COLD STORAGE
(L-R) Liam Neeson, Lesley Manville, and Sosie Bacon in Cold Storage (2026) © Studiocanal Germany

Außenseiter als letzte Verteidigung

Regisseur Jonny Campbell, der neben seinem Kinofilm „Alien Autopsy“ vor allem für Serien wie „Doctor Who“, „Westworld“ oder „In The Flesh“ gearbeitet hat, bringt Tempo und visuelle Routine in das Geschehen. Ein global angelegter Prolog, der Stationen im Weltraum, in Rom und Australien streift, etabliert die Dimension der Bedrohung. Sosie Bacon tritt als unglückliche Xenomykologin auf und verdeutlicht, dass es sich hier nicht um ein lokales Problem handelt.

Als der Ausbruch eskaliert, müssen ausgerechnet jene eingreifen, die am wenigsten darauf vorbereitet sind. Liam Neeson spielt den altgedienten Spezialisten mit leichtem Rückenleiden als grimmig-sympathische Führungsfigur. Joe Keery und Georgina Campbell verkörpern normale Angestellte, die unversehens zur ersten Verteidigungslinie der Menschheit werden. Ihre Dynamik bringt Humor in die klaustrophobische Bedrohungslage.

Mit Vanessa Redgrave und Lesley Manville mischen zudem zwei Darstellerinnen mit, die ihre Auszeichnungssammlungen längst komplettiert haben und hier sichtlich Freude an einem Genre-Ausflug zeigen. Dass sich diese hochkarätige Besetzung mit sichtbarer Spielfreude ins Zombie-Gefecht wirft, verleiht dem Film zusätzliche Energie.

Georgina Campbell and Joe Keery in Cold Storage (2026)
Georgina Campbell and Joe Keery in Cold Storage (2026) © Studiocanal Germany

Popmusik und Pilzmonster

„Cold Storage“ punktet vor allem mit seinen Kreaturen. Die von Dave und Lou Elsey gestalteten Monster sind handwerklich eindrucksvoll umgesetzt. Unterstützt wird das Chaos von einem augenzwinkernden Soundtrack.

Wenn The Beach Boys mit „I Get Around“ oder Blondie mit „One Way Or Another“ erklingen, entsteht ein bewusst kontrastierender Effekt zwischen poppiger Leichtigkeit und eskalierender Zerstörung. Der Film ist solide konstruiert, zynisch im Unterton und klar auf Unterhaltung ausgerichtet. Er erfindet das Genre nicht neu, liefert aber solide Spannung, eine Portion Gesellschaftskommentar und eine spürbar engagierte Besetzung.

Fazit: Ein kurzweiliges, selbstbewusst inszeniertes Science-Fiction-Horrorstück mit satirischer Spitze und starken Effekten. Kein Meilenstein, aber ein unterhaltsamer Ausbruch im Genre-Kosmos.

Film Bewertung 6 / 10