Der Weg nach Wimbledon führt in „Bloody Tennis“ durch eine Welt aus gnadenlosem Leistungsdruck, grotesken Ritualen und zunehmend verstörenden Begegnungen. Regisseur Nikias Chryssos verbindet in seinem neuen Film den Ehrgeiz junger Spitzensportlerinnen mit Elementen des psychologischen Horrors und der schwarzen Komödie. Nach seiner Weltpremiere beim Filmfestival von Locarno wird die deutsche Produktion am 30. Oktober 2026 beim Film Festival Cologne erstmals dem hiesigen Publikum vorgestellt. Der reguläre Kinostart folgt am 10. Dezember.
Für die Deutschlandpremiere werden neben Chryssos auch die Darstellerinnen Sandra Guldberg Kampp und Helena Zengel erwartet. Die Aufführung bildet einen weiteren Festivalauftritt des Films, der bereits beim amerikanischen Fantastic Fest Aufmerksamkeit erhielt. Dort wurde Chryssos für die beste Regie ausgezeichnet.

Eine Eliteakademie, in der sportlicher Erfolg einen hohen Preis fordert
Sophie stammt aus Detroit und erhält die Möglichkeit, an einer angesehenen Tennisakademie im Süden Europas zu trainieren. Für die junge Spielerin scheint sich damit die Chance auf eine internationale Karriere zu eröffnen. Doch hinter der exklusiven Umgebung verbirgt sich ein System, in dem sportliche Leistungen nicht allein über die Zukunft der Schülerinnen entscheiden. Ihre Konkurrentinnen verfolgen ihre Ziele mit beinahe fanatischem Ehrgeiz. Zugleich entwickelt die Akademie eine zunehmend bedrohliche Eigendynamik, deren Regeln und Rituale Sophie zunächst nicht durchschaut. Was als sportliche Herausforderung beginnt, wird zu einer Auseinandersetzung mit den moralischen Grenzen des Erfolgs.
Während sich die Konkurrenz verschärft, verliert Sophie zunehmend die Orientierung. Die Grenzen zwischen ihrer Wahrnehmung und einer Albtraum haften Wirklichkeit beginnen zu verschwimmen. Blutsaugende Egel, bizarre Zeremonien und die unerbittlichen Anforderungen des Trainings prägen eine Umgebung, in der persönliche Opfer offenbar zum Weg an die Spitze gehören. Die Geschichte verbindet damit das klassische Motiv einer jungen Außenseiterin, die sich in einer abgeschlossenen Gemeinschaft behaupten muss, mit einer Horrorhandlung über Macht, Anpassung und körperliche Selbstbestimmung.

Zwischen Suspiria und dem Leistungsdruck des modernen Spitzensports
Nikias Chryssos interessiert sich insbesondere für den Gegensatz zwischen der gepflegten Außenwirkung des Tennissports und den dunkleren Mechanismen einer Institution, die ausschließlich auf Leistung ausgerichtet ist. Die elegante Welt der Akademie steht einer zunehmend gewalttätigen und irrationalen Ordnung gegenüber. Als filmische Bezugspunkte nennt der Regisseur unter anderem das europäische Genrekino der 1970er- und 1980er-Jahre. Besonders Dario Argentos „Suspiria“ und „Phenomena“ sowie der spanische Horrorfilm „La residencia“ dienten ihm als Orientierung.
Daneben flossen Einflüsse amerikanischer Filme wie „Mean Girls“ und „Showgirls“ ein, die sich auf unterschiedliche Weise mit Konkurrenz, sozialem Aufstieg und Machtverhältnissen beschäftigen. Chryssos verzichtet bewusst auf eine realistische Darstellung des professionellen Tennissports. Stattdessen entwickelt er eine überhöhte Welt, deren visuelle Gestaltung sich von vertrauten Tennisbildern absetzen soll.
Die klassischen weißen Sportkleider und gelben Tennisbälle weichen einer eigenständigen Ästhetik, die den Gegensatz zwischen sportlicher Disziplin und surrealem Schrecken betont. Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Frage, ob Sophie ein Turnier gewinnen kann, sondern welche Veränderungen sie akzeptieren muss, um innerhalb dieses Systems erfolgreich zu sein.

Sandra Guldberg Kampp und Helena Zengel gehören zum Ensemble
Die Hauptrolle übernimmt Sandra Guldberg Kampp. Zum internationalen Ensemble gehören außerdem Elina Löwensohn, Zlatko Burić, Tracy Gotoas, Lily Taïeb, Juliana Vieira Guerra, Lucie Zhang und Vincent Romeo. Mit Helena Zengel ist auch eine deutsche Schauspielerin beteiligt, die durch Nora Fingscheidts Drama „Systemsprenger“ bekannt wurde. Später spielte sie an der Seite von Tom Hanks in „Neues aus der Welt“.
Chryssos schrieb auch das Drehbuch zu „Bloody Tennis“. Der Filmemacher wurde zuvor insbesondere durch seine Arbeiten „Der Bunker“ und „A Pure Place“ bekannt, in denen abgeschlossene Gemeinschaften, ungewöhnliche Abhängigkeitsverhältnisse und groteske Elemente bereits eine wichtige Rolle spielten. Nach der Weltpremiere in Locarno und der Regieauszeichnung beim Fantastic Fest folgt nun die Deutschlandpremiere beim Film Festival Cologne. Dort wird der Film am 30. Oktober in Anwesenheit von Mitgliedern des Teams gezeigt. Eine weitere Festivalvorführung ist für den 2. November vorgesehen. Ab dem 10. Dezember 2026 ist „Bloody Tennis“ regulär in den deutschen Kinos zu sehen.






