Mit Lord of the Flies bringt Sky eine der düstersten und zugleich relevantesten Erzählungen der Weltliteratur erstmals als Fernsehserie auf den Bildschirm. Die vierteilige Drama-Serie nach dem Roman von William Golding startet am 24. Februar auf Sky und dem Streaming-Service WOW. Die Ausstrahlung erfolgt als Doppelfolgen auf Sky Atlantic, parallel sind alle Episoden flexibel abrufbar. Zusätzlich erfährt die Serie eine besondere Würdigung: Auf der kommenden Berlinale wird Lord of the Flies in der Sektion Berlinale Special gezeigt.
Für das Fernsehen adaptiert wurde der Stoff von Jack Thorne, der bereits mit Serien wie His Dark Materials und Adolescence internationale Anerkennung erhielt. Die Regie übernimmt Marc Munden, der für seine präzise und atmosphärisch dichte Inszenierung bekannt ist.

Kinder ohne Ordnung, Macht ohne Moral
Im Zentrum der Geschichte stehen Schuljungen, die nach einem Flugzeugabsturz ohne Erwachsene auf einer tropischen Insel stranden. Anfangs versuchen sie, unter der Führung von Ralph und mit Unterstützung des rationalen Piggy eine funktionierende Ordnung aufrechtzuerhalten. Doch mit dem wachsenden Machtanspruch von Jack, der zunehmend auf Jagd, Stärke und Dominanz setzt, beginnt das fragile System zu zerfallen. Aus Gemeinschaft wird Gewalt, aus Hoffnung Tragödie.
Jack Thornes Adaption bleibt dem Geist des Romans treu und vertieft zugleich dessen emotionale und psychologische Dimensionen. Themen wie der Verlust der Unschuld, toxische Vorstellungen von Männlichkeit und die Abgründe menschlicher Natur werden konsequent aus der Perspektive der Kinder erzählt. Jede der vier Episoden trägt den Namen einer zentralen Figur – Ralph, Piggy, Simon und Jack – und beleuchtet die Ereignisse jeweils aus einem leicht verschobenen Blickwinkel. So entsteht ein vielschichtiges Bild einer Gemeinschaft im moralischen Ausnahmezustand.
Getragen wird die Serie von einem Ensemble aus über 30 Jungen, von denen viele ihr Schauspieldebüt geben. Angeführt wird der Cast von Winston Sawyers als Ralph, Lox Pratt als Jack, David McKenna als Piggy und Ike Talbut als Simon. Die intensive, rohe Energie der Darsteller verleiht der Geschichte zusätzliche Unmittelbarkeit und Authentizität.

Musik, Auszeichnung und Relevanz
Für die musikalische Gestaltung konnten außergewöhnliche Namen gewonnen werden. Cristobal Tapia de Veer steuert den Score bei, während Hans Zimmer gemeinsam mit Kara Talve das zentrale Thema und zusätzliche Musik komponierte. Der Klangteppich verstärkt die beklemmende Atmosphäre und unterstreicht den schleichenden Verlust von Kontrolle und Menschlichkeit.
Mehr als 70 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung hat Lord of the Flies nichts von seiner Aktualität verloren. Die Serie macht deutlich, wie dünn die Schicht der Zivilisation sein kann, wenn Regeln, Vorbilder und Verantwortung wegfallen. Dass diese Adaption nun nicht nur bei Sky und WOW, sondern auch auf der Berlinale präsentiert wird, unterstreicht ihren Anspruch weit über klassische Unterhaltung hinaus.





