“12 Monkeys” | Unsere Kult – Film Kritik

Filmplakat 12 Monkeys mit Bruce Willis

Erscheinungsdatum: 27. Dezember 1995 (Vereinigte Staaten)

Regisseur: Terry Gilliam

Story:

Das Jahr 2035. Die Erdoberfläche ist entvölkert, nachdem eine Virenkatastrophe im Jahre 1996 nahezu die gesamte Menschheit dahingerafft hat. Die wenigen Überlebenden haben in einem beklemmenden Unterweltsystem Zuflucht gefunden, die Tiere haben die Herrschaft in den verlassenen Städten übernommen. Die einzige Hoffnung auf ein besseres Leben besteht darin, einen Boten durch die Zeit zurückzuschicken, damit dieser den Ursprung der Apokalypse feststellen kann. Der Schwerkriminelle James Cole (Bruce Willis) wird ausgewählt, diese Reise zu machen und landet zunächst in einer Nervenheilanstalt im Jahr 1990, wo er von dem verrückten Sohn eines Professors vor den Anschlägen der “Armee der 12 Monkeys” gewarnt wird. Als nächstes taucht Cole in einem Schützengraben im Ersten Weltkrieg auf. Endlich nimmt seine Odyssee ein Ende, er findet in einer Psychiaterin sogar eine Helferin im Kampf gegen den unsichtbaren Feind …

Kult – Film Kritik:

von Ilija Glavas

Terry Gilliam’s weitsichtiges Meisterwerk ist aus dem Jahr 1994. Ein Szenario, das durch seine Hin- und Her springende Narration, jeden Zuschauer (ver)zweifelnd zurücklässt.


12 Monkeys
Cole ( Bruce Willis ) ist auf der Suche nach den “12 Monkeys”.
Film Ausschnitt ©Concorde Filmverleih

Die dystopische Film-Idee dahinter, ist allerdings noch verworrener, als es sich anhört. Es ist keine Zeitreise-Kopie vom Typ Terminator, als vielmehr ein spektakulär verwirrender Sci Fi-Film, in dem Cole ( Willis ), als hilflos lebendes Abbild von “Kassandra”, an ein Bild aus seiner eigenen Vergangenheit geklammert ist, in der Hoffnung gegen die Hoffnung, dass er tatsächlich verrückt sein könnte. Verwirrt?

Das man sich als Anlehnung an eine antike, verzweifelt- tragische Botschafterin hängt, ist als Metapher grandios gewählt. Kassandra gilt in der antiken Mythologie als tragische Heldin, die immer das Unheil voraussah, aber niemals Gehör fand. So fühlt Cole. So handelt der Wahnsinn in ihm und um in herum. Retten will er sich und die Welt trotzdem.

Der innere Konflikt Cole’s zeigt sich in Willis’ minimalistischen Gesten und Mimik und seinen nahezu ständig krank wirkenden Bewegungen. Ob ihm die Gratwanderung zwischen “Ausdrucksstark” und dem gern zitierten “Overacting” gelungen ist, liegt in der Betrachtung des Einzelnen. Zweifelsohne jedoch kann Willis auch Charakter-Rolle. Nicht minder in ihrem Spiel brillieren Madeleine Stowe und Newcomer Brad Pitt.


12 Monkeys
Brad Pitt liefert eine starke Performance ab. ©Concorde Filmverleih

Der Film ist ein schreckliches, fiebriges Chaos, aber ein schrecklich schönes dazu. Er entfaltet sich schon bald zu einer Spirale, die sich zu noch drängenderen Obsessionen (Wahnsinn, Chaos und Umweltkatastrophe) entwickelt, bevor das Finale als schwindelerregende Hitchcock’sche Achterbahnfahrt auf die Zielgerade zusteuert.

Dazu sind die visuellen Expositionen und Anlehnungen an “Vertigo” ( Verkleidungs-Szene ) deutlich erkennbar. Stowe ist bei Gilliam Scottie ( James Stewart ) aus Vertigo. Im Kino, als in “Vertigo“ Scottie und Madeleine neben dem Redwood-Baum stehen, sagt Cole:

Das ist genau wie das, was mit uns geschieht, wie die Vergangenheit.
Der Film wird natürlich nie anders, das kann er gar nicht,
aber jedes Mal, wenn du ihn siehst, ist er ein bisschen anders,
weil du anders bist: du siehst eben andere Dinge”.

Das trifft gleichermaßen auf “Vertigo“ und auf “12 Monkeys“ zu. Und vielleicht ist das ein Merkmal von guten Filmen: dass es immer etwas zu entdecken gibt. Jedesmal etwas mehr und doch jeweils etwas anderes.

Fazit:

Twelve Monkeys hat eine eigensinnige, verrückte Poesie. Erziehlt durch die heutige Pandemie gequälte Zeit noch mehr Wirkung. Ein fordernder Film, der die Anforderung an das Erzähl Tempo gekonnt ignoriert oder ihm gegenüber immun zu sein scheint.

Hat von seiner Sog Wirkung nicht eingebüßt. Für Bruce Willis war es ein Zeichen an Hollywood, dass er auch Charakter Rollen besetzen und ausfüllen kann. Für Brad Pitt ein weiterer wichtiger Schritt in den 90er Jahren, die er mit vielen, guten Rollen prägte.

Ein Meisterwerk.

Wertung: 10 / 10

10 – Meisterwerk | 8-9  sehr gut | 6-7 gut | 5  Ziel erreicht | 3-4 grad noch wach geblieben | 1-2 Geldverschwendung | 0 Geld zurück verlangen 


© Concorde Filmverleih

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