Valerie Pachner, Robert Stadlober

Eine Weltpremiere voller Emotionen

Am Montag, den 16. Februar 2026, feierte die Bestseller-Verfilmung VIER MINUS DREI im Zoo Palast Berlin ihre Weltpremiere im Rahmen des Panorama-Programms der 76. Berlinale. Regisseur Adrian Goiginger stellte sein neues Werk gemeinsam mit dem Ensemble um Valerie Pachner, Robert Stadlober, Hanno Koffler und Stefanie Reinsperger sowie Autorin Barbara Pachl-Eberhart persönlich vor.

Nach der Vorführung reagierte das Publikum sichtlich bewegt. Langanhaltender Applaus und Standing Ovations unterstrichen die emotionale Wucht des Films. In Branchenkreisen wird VIER MINUS DREI inzwischen als ernstzunehmender Anwärter auf den Goldenen Bären gehandelt. Nach dieser Premiere ist der Film nicht länger ein Geheimfavorit.

Valerie Pachner, Stefanie Reinsperger in Vier Minus Drei
Valerie Pachner, Stefanie Reinsperger © Alamode Film / Polyfilm

Zwischen Verlust und Neuanfang

VIER MINUS DREI basiert auf der gleichnamigen autobiografischen Vorlage von Barbara Pachl-Eberhart. Das Buch wurde 2010 zum Bestseller und schildert eindringlich den tragischen Verlust ihrer Familie sowie ihren Weg zurück ins Leben.

Im Zentrum des Films steht Barbara, gespielt von Valerie Pachner. Gemeinsam mit ihrem Partner Heli, verkörpert von Robert Stadlober, führt sie mit ihren Kindern Fini und Thimo ein liebevolles Familienleben. Als professionelle Clowns leben sie mit Leichtigkeit und Humor. Sie glauben an die Kraft des Lachens, selbst in schwierigen Momenten.

Ein Unfall reißt Barbara plötzlich alles, was ihr Halt gibt, aus dem Leben. Der Verlust stellt nicht nur ihre Identität als Mutter infrage, sondern auch ihr Selbstverständnis als Künstlerin. Das Clownsein, einst Ausdruck von Lebensfreude, erscheint ihr sinnlos. Schritt für Schritt beginnt sie jedoch, sich der Trauer zu stellen. Mutig und auf unkonventionelle Weise sucht sie nach einem neuen Zugang zum Leben. Der Film erzählt von Schmerz, Verzweiflung und der leisen Erkenntnis, dass Weiterleben möglich ist, wenn man es wagt, sich der Realität zu stellen.

© Alamode Film

Adrian Goigingers sensible Handschrift

Regisseur Adrian Goiginger, der für DER FUCHS mit einer Lola in Silber ausgezeichnet wurde, nähert sich dem Stoff mit großer Sensibilität. Seine Inszenierung vermeidet Pathos und setzt stattdessen auf Nähe zu den Figuren. Er vertraut auf stille Momente und auf die Kraft der Schauspieler.

Valerie Pachner liefert in der Rolle der Barbara eine intensive darstellerische Leistung. Sie trägt den Film mit großer emotionaler Präzision. Robert Stadlober gibt dem Familienleben in den Rückblenden Wärme und Leichtigkeit. Stefanie Reinsperger, Hanno Koffler und Ronald Zehrfeld ergänzen das Ensemble mit nuancierten Auftritten. Das Drehbuch von Senad Halilbašić strukturiert die autobiografische Vorlage klar und konzentriert sich auf die innere Entwicklung der Hauptfigur.

So entsteht ein Drama, das nicht nur vom Verlust erzählt, sondern auch von Widerstandskraft und Hoffnung. VIER MINUS DREI ist ein Film, der unter die Haut geht und zugleich Mut macht. Nach seiner umjubelten Weltpremiere darf man gespannt sein, welchen Weg dieses Werk im weiteren Festivalverlauf nehmen wird.

Valerie Pachner, Robert Stadlober in Vier Minus Drei
Valerie Pachner, Robert Stadlober © Alamode Film / Polyfilm / Nikolett Kustos