Oscars 21 Vorschau

Sechs Oscars für Paul Thomas Anderson

Die Oscar-Verleihung 2026 entwickelte sich von Beginn an zu einem direkten Duell zwischen zwei Filmen. Auf der einen Seite stand Ryan Cooglers Drama „Sinners“. Auf der anderen Paul Thomas Andersons epische, genreübergreifende Produktion „One Battle After Another“. Am Ende setzte sich Andersons Film deutlich durch. „One Battle After Another“ wurde mit insgesamt sechs Oscars ausgezeichnet und avancierte damit zum großen Gewinner des Abends. Der Film erhielt den Oscar für den besten Film sowie die Auszeichnung für die beste Regie und das beste adaptierte Drehbuch.

Beide Preise gingen an Paul Thomas Anderson. Hinzu kamen der Oscar für den besten Nebendarsteller für Sean Penn, der Preis für den besten Schnitt sowie der neu eingeführte Oscar für das beste Casting. Für Anderson war es ein historischer Moment. Trotz seiner langen Karriere hatte er bislang noch nie einen Oscar gewonnen. Entsprechend erleichtert reagierte der Regisseur auf der Bühne. „Ihr lasst einen Mann hart für so einen (Oscar) arbeiten. Das weiß ich wirklich zu schätzen“, sagte Anderson in seiner Dankesrede für die beste Regie. „Ich bin so glücklich, die Filme mein Zuhause nennen zu dürfen.“ Sean Penn nahm seinen Preis dagegen nicht persönlich entgegen. Der Schauspieler hatte entschieden, nicht an der Zeremonie teilzunehmen.

Obwohl „One Battle After Another“ den Hauptpreis gewann, war auch „Sinners“ einer der prägenden Filme des Abends. Ryan Coogler erhielt den Oscar für das beste Originaldrehbuch. Michael B. Jordan setzte sich in einem hochkarätigen Feld durch und gewann den Oscar als bester Hauptdarsteller. In seiner Rede bedankte sich Jordan bei seinem langjährigen Weggefährten Coogler. Seit „Fruitvale Station“ haben beide bei allen Projekten zusammengearbeitet. „Ich liebe dich“, sagte Jordan auf der Bühne. Gleichzeitig dankte er dem Studio dafür, dass es „auf Kultur gesetzt, auf originelle Ideen gesetzt und auf Kunst gesetzt hat.

BLOOD & SINNERS
© Warner Bros. DE

Historischer Kamerapreis

Ein weiterer historischer Moment des Abends gehörte der Kamerafrau Autumn Durald Arkapaw. Für ihre Arbeit an „Sinners“ erhielt sie den Oscar für die beste Kamera. Sie ist damit die erste Frau sowie die erste Person afroamerikanischer Herkunft, die diese Auszeichnung gewinnt. In ihrer Rede wandte sie sich direkt an die Frauen im Publikum. „Ich möchte wirklich, dass alle Frauen im Saal aufstehen“, sagte sie sichtbar bewegt. „Ich habe das Gefühl, dass ich ohne euch nicht hier wäre.“ Auch Ludwig Göransson wurde für „Sinners“ ausgezeichnet und gewann den Oscar für die beste Filmmusik.

Jessie Buckley gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in „Hamnet“. Mit dieser Auszeichnung vollendet Jessie Buckley die bemerkenswerte Auszeichnungsserie. Nach ihren Erfolgen bei den Critics Choice Awards, den Actor Guild Awards und den BAFTA Awards erhält sie nun auch den Oscar® und krönt damit die außergewöhnliche Resonanz auf ihre Darstellung in HAMNET. Amy Madigan sorgte früh am Abend für einen emotionalen Moment, als sie den Preis als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle als Tante Gladys in „Weapons“ erhielt.

Für Begeisterung sorgte auch der Song „Golden“ aus dem Film „K-Pop Demon Hunters“. Der Titel gewann den Oscar für den besten Originalsong. Eine der beteiligten Künstlerinnen, EJAE, zeigte sich tief bewegt. „Als ich aufwuchs, haben sich die Leute über mich lustig gemacht, weil ich K-Pop mochte“, sagte sie unter Tränen. „Jetzt singen alle unseren Song.“ Der Film gewann außerdem den Oscar als bester Animationsfilm.

JESSIE BUCKLEY
Jessie Buckley © Millie Turner 2026. All Rights Reserved.

Technische Preise und internationale Auszeichnungen

Guillermo del TorosFrankenstein“ dominierte mehrere technische Kategorien. Der Film gewann Oscars für Kostümdesign, Produktionsdesign sowie für Maske und Frisuren. „Avatar: Fire and Ash“ erhielt den Preis für die besten visuellen Effekte. Der Oscar für den besten Ton ging an den Rennfilm „F1“. In der Kategorie „Bester internationaler Film“ wurde Joachim Triers „Sentimental Value“ ausgezeichnet. Eine ungewöhnliche Situation gab es bei der Kategorie „Bester Kurzfilm (Live-Action)“. Dort kam es zu einem Gleichstand zwischen zwei Produktionen. Die Auszeichnung wurde sowohl an „The Singers“ als auch an „Two People Exchanging Saliva“ vergeben.

Im Vergleich zu früheren Jahren verlief die Verleihung insgesamt relativ reibungslos. Moderator Conan O’Brien führte mit gewohnt trockenem Humor durch den Abend. Dennoch wirkte die Veranstaltung im Vergleich zu den vergangenen Jahren spürbar reduzierter und insgesamt zurückhaltender. Zwar fehlte es nicht an humorvollen Einlagen, doch nur wenige davon entfalteten die erwartete Schlagkraft. Auch jene Momente, die sonst für echte Gänsehaut sorgen, waren diesmal deutlich seltener.

Einzig technische Probleme mit den Mikrofonen sorgten immer wieder für kurze Unterbrechungen. Trotz dieser kleinen Pannen bleibt die Oscar-Nacht 2026 vor allem wegen eines Moments in Erinnerung. Nach jahrzehntelanger Karriere konnte Paul Thomas Anderson endlich seinen ersten Oscar in den Händen halten.

Leonardo DiCaprio and Paul Thomas Anderson in One Battle After Another (2025)
Leonardo DiCaprio and Paul Thomas Anderson in One Battle After Another (2025) © Foto Courtesy Warner Bros. Pictures – © Warner Bros. Pictures

BESTER FILM

Bugonia
F1
Frankenstein
Hamnet
Marty Supreme
One Battle After Another
The Secret Agent
Sentimental Value
Sinners
Train Dreams

BESTE REGIE

Chloé Zhao – Hamnet
Josh Safdie – Marty Supreme
Paul Thomas Anderson – One Battle After Another
Joachim Trier – Sentimental Value
Ryan Coogler – Sinners

BESTER HAUPTDARSTELLER

Timothée Chalamet – Marty Supreme
Leonardo DiCaprio – One Battle After Another
Ethan Hawke – Blue Moon
Michael B. Jordan – Sinners
Wagner Moura – The Secret Agent

BESTE HAUPTDARSTELLERIN

Jessie Buckley – Hamnet
Rose Byrne – If I Had Legs I’d Kick You
Kate Hudson – Song Sung Blue
Renate Reinsve – Sentimental Value
Emma Stone – Bugonia

BESTER NEBENDARSTELLER

Benicio Del Toro – One Battle After Another
Jacob Elordi – Frankenstein
Delroy Lindo – Sinners
Sean Penn – One Battle After Another
Stellan Skarsgard – Sentimental Value

BESTE NEBENDARSTELLERIN

Elle Fanning – Sentimental Value
Inga Ibsdotter Lilleaas – Sentimental Value
Amy Madigan – Weapons
Wunmi Mosaku – Sinners
Teyana Taylor – One Battle After Another

BESTES ADAPTIERTES DREHBUCH

Bugonia
Frankenstein
Hamnet
One Battle After Another
Train Dreams

BESTES ORIGINAL DREHBUCH

Blue Moon
It Was Just An Accident
Marty Supreme
Sentimental Value
Sinners

BESTE KAMERA

Frankenstein
Marty Supreme
One Battle After Another
Sinners
Train Dreams

BESTER DOKUMENTARFILM

The Alabama Solution
Come See Me In The Good Light
Cutting Through Rocks
Mr. Nobody Against Putin
The Perfect Neighbor

BESTER FILM INTERNATIONAL

The Secret Agent
It Was Just An Accident
Sentimental Value
Sirāt
Die Stimme von Hind Rajab

BESTER ANIMATIONSFILM

Arco
Elio
Kpop Demon Hunters
Little Amélie Or The Character Of Rain
Zoomania 2

BESTES MAKE UP / FRISUREN

Frankenstein
Kokuho
Sinners
The Smashing Machine
The Ugly Stepsister

BESTER SOUNDTRACK

Bugonia
Frankenstein
Hamnet
One Battle After Another
Sinners

BESTES CASTING

Hamnet
Marty Supreme
One Battle After Another
The Secret Agent
Sinners

BESTES KOSTÜMDESIGN

Avatar: Fire And Ash
Frankenstein
Hamnet
Marty Supreme
Sinners

BESTER ORIGINAL SONG

‘Dear Me’ – Diane Warren: Relentless
‘Golden’ – Kpop Demon Hunters
‘I Lied To You’ – Sinners
‘Sweet Dreams Of Joy’ – Viva Verdi!
‘Train Dreams’ – Train Dreams

BESTES PRODUKTIONS DESIGN

Frankenstein
Hamnet
Marty Supreme
One Battle After Another
Sinners

BESTER FILMSCHNITT

F1
Marty Supreme
One Battle After Another
Sentimental Value
Sinners

BESTER TON

F1
Frankenstein
One Battle After Another
Sinners
Sirāt

BESTE VISUELLE EFFEKTE

Avatar: Fire And Ash
F1
Jurassic World Rebirth
The Lost Bus
Sinners

BESTER KURZFILM

Butcher’s Stain
A Friend Of Dorothy
Jane Austen’s Period Drama
The Singers – TIE
Two People Exchanging Saliva – TIE

BESTER ANIMIERTER KURZFILM

Butterfly
Forevergreen
The Girl Who Cried Pearls
Retirement Plan
The Three Sisters

BESTE KURZFILM – Dokumentation

All The Empty Rooms
Armed Only With A Camera
Children No More
The Devil Is Busy
Perfectly A Strangeness