MONSIEUR ROBERT KENNT KEIN PARDON

Einmal mehr erinnert der so wortgewaltige französische Darsteller mit seiner grotesken Mimik und seinem herrlich überdrehten Körperspiel an Louis de Funès. Christian Clavier knüpft dabei nahtlos an seine Paraderolle als Monsieur Claude an und treibt sein komödiantisches Profil konsequent weiter. Als Monsieur Robert ist er noch ausgebuffter, giftiger und gnadenloser, ein Mann, der seine Kränkungen jahrzehntelang konserviert hat und nun zur Abrechnung schreitet. Das französische Publikum honorierte diese Rückkehr zur boshaften Hochform mit über 500.000 Zuschauerinnen und Zuschauern und machte den Film erneut zu einem handfesten Komödienhit.

Endlich kann Robert Poutifard in Rente gehen. Nach mehr als dreißig Jahren als Grundschullehrer scheint der Ruhestand greifbar. Doch statt Ruhe und Gelassenheit stehen drei offene Rechnungen auf dem Plan. Drei ehemalige Schüler haben ihm in seiner Jugend nicht nur das Leben schwer gemacht, sondern ihn auch um die große Liebe gebracht – eine Kollegin aus Québec. Süße Rache kommt für Robert nicht infrage. Sein Ziel ist klar: Karrieren zerstören, Fassaden einreißen, Erfolge sabotieren.

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Giftige Vergeltung mit System

Auf seiner Abschussliste stehen der gefeierte Starkoch Anthony, populäre Influencer-Zwillinge und Audrey, eine erfolgreiche Pop-Diva. Was wie eine absurde Idee klingt, entpuppt sich schnell als minutiös ausgearbeiteter Masterplan. Jahrelang hat Monsieur Robert seine Rache vorbereitet, bis eines Tages seine Mutter Huguette davon erfährt. Was zunächst nach familiärer Einmischung klingt, entwickelt sich zur Eskalation.

Huguette verfügt nicht nur über ein loses Mundwerk, sondern auch über erstaunliche digitale Fähigkeiten. Als Hackerin und Fake-News-Strategin läuft sie gemeinsam mit ihrem Sohn zur Höchstform auf. Mutter und Sohn entfesseln eine Rachemaschinerie, die sich mit wachsender Lust an Manipulation, Täuschung und öffentlicher Demontage immer weiter steigert. Die Komödie lebt von Claviers hemmungslosem Spiel, seinem präzisen Timing und der Lust am moralisch Fragwürdigen. Sympathisch ist hier kaum jemand – und genau darin liegt der Reiz.

Statt Wohlfühlhumor setzt der Film auf gnadenlose Zuspitzung, generationsübergreifende Abrechnung und die Frage, wie weit verletzter Stolz gehen darf, wenn er jahrzehntelang gärt. Christian Clavier beweist einmal mehr, dass er das französische Boulevardkino wie kaum ein anderer prägen kann. Bitter, laut, unangenehm – und gerade deshalb so wirkungsvoll.