MELANIA DOKUMENTATION

Inhalt: Eine Dokumentation über die 20 Tage vor der Amtseinführung des 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, aus der Perspektive seiner Frau, First Lady Melania Trump.

Bedeutungslose Bilder, keine Erkenntnisse

Was Brett Ratners Dokumentarfilm über Melania Trump liefert, ist keine Analyse, kein Porträt und schon gar keine kritische Annäherung, sondern ein zynisch glatter PR-Film, der unfreiwillig zur Farce gerät. Ratner, dessen Karriere nach Vorwürfen sexuellen Fehlverhaltens 2017 ins Stocken geriet, begleitet Melania Trump in den 20 Tagen vor der zweiten Amtseinführung ihres Mannes im Jahr 2025.

Bereits die ersten Bilder aus Mar-a-Lago machen klar, worauf man sich einlässt: keine Beobachtung, sondern Inszenierung. Termine mit Designern, Innenarchitekten und Eventplanern reihen sich aneinander wie in einer schlecht geschriebenen TV-Reality-Show. Melanias Kommentare beschränken sich auf bedeutungsvolle Phrasen ohne Inhalt. Alles ist „wunderschön“, „fantastisch“ oder „wichtig“, ohne dass jemals erklärt wird, warum. Die Tatsache, dass Melania selbst als Produzentin genannt wird und offenbar Einfluss auf Schnitt, Musik und Farbkorrektur hatte, erklärt die Sterilität dieses Films.

Der Voice-over-Kommentar, vermutlich von Melania selbst gesprochen, ist besonders vielsagend. Er klingt wie ein Schulaufsatz ohne Schlussfolgerung. Ihre faszinierende Biografie – vom jugoslawischen Sozialismus über das Modeln bis hin zum Weißen Haus – werden nur am Rand gestreift. Ein einziges interessantes Detail, nämlich die Tatsache, dass ihre Mutter Modedesignerin war, verpufft ohne Bedeutung. Stattdessen schweift der Film lieber in Belanglosigkeiten ab, beispielsweise wenn Melania über ihre Trauer während der Beerdigung von Jimmy Carter spricht. Ratners spannendste Frage lautet ernsthaft: „Wer ist Ihr Lieblingsmusiker?“

MELANIA DOKUMENTATION
© Amazon Prime Video

Glattgebügelte Dokumentation in Reality-TV-Ästhetik

Donald Trump selbst taucht nur sporadisch auf, aber gerade diese Momente sind unfreiwillig aufschlussreich. Die Distanz zwischen dem Paar ist deutlich spürbar. Telefonate klingen hölzern und mechanisch. Eine beiläufige Bemerkung von Trump – „Niemand mag sie!“ – ist einer der wenigen Momente, in denen der Film für einen Augenblick die Kontrolle verlässt und unfreiwillig authentisch wird. Anstatt diese Lücke jedoch weiter auszuloten, taucht der Film sofort wieder an die Oberfläche zurück.

Die zweite Hälfte beschäftigt sich fast ausschließlich mit dem Tag der Amtseinführung. Was als historischer Moment inszeniert werden soll, wirkt ermüdend und wenig inspirierend. Melania bewegt sich emotionslos von Termin zu Termin, versteckt unter einem markanten Hut, der eher Abschottung als Stil vermittelt. Ihr größter „Einfluss“ auf die Inszenierung: Sie empfiehlt ihrem Mann, das Wort „Unifier“ in seine Rede aufzunehmen. Eine Ironie, die der Film nicht erkennt, sondern ernsthaft hervorhebt.

Fazit: Melania hätte ein faszinierendes Porträt einer rätselhaften Figur der Zeitgeschichte sein können. Stattdessen ist der Film ein unterwürfiges, bedeutungsloses Hochglanzprodukt, das weder Einblicke liefert noch Fragen stellt. Politische Propaganda in Reality-TV-Ästhetik. Inhaltslos, selbstverliebt und erschreckend egal.

Film Bewertung 1 / 10