CRIME 101

Inhalt: Im Mittelpunkt steht Davis (Chris Hemsworth), ein Meisterdieb, dessen perfekt kalkulierte Raubüberfälle die Polizei vor ein Rätsel stellen. Jeder seiner Coups ist präzise, kühl und scheinbar ohne Fehltritt – bis er an einen Punkt gelangt, an dem er aussteigen will. Doch für seinen letzten, größten Raub braucht er Hilfe. Diese findet er ausgerechnet in Sharon (Halle Berry), einer desillusionierten Versicherungsmanagerin, die längst ihren Glauben an Moral und Gerechtigkeit verloren hat. Gemeinsam planen sie ein riskantes Verbrechen, das ihre Leben verändern könnte , oder beenden.

Doch während Davis seine letzte Chance sucht, taucht Orman (Barry Keoghan) auf, ein skrupelloser Gegenspieler mit unberechenbaren Methoden. Orman ist das Spiegelbild des perfekten Verbrechers – ein Anarchist im Maßanzug, der das Chaos liebt. Und als wäre das nicht genug, rückt Detective Lt. Lubesnik (Mark Ruffalo) immer näher. Mit unnachgiebiger Entschlossenheit setzt er alles daran, die Täter zu überführen, und verwischt dabei selbst die Grenze zwischen Jäger und Gejagtem.

© Sony Pictures Germany

Katz und Maus am Pacific Coast Highway

Der Titel ist Programm. „101“ (One-O-one) steht für Grundlagen Wissen. Ein Einführungskurs, der das Fundament legt, aber selten in die Tiefe geht. Genau diesen Eindruck hinterlässt Crime 101, der zweite Spielfilm von Regisseur Bart Layton nach American Animals. Layton inszeniert einen klassisch aufgebauten Krimi über eine Serie von Diamantenrauben entlang des US-101 Pacific Coast Highway. Formal souverän, prominent besetzt, handwerklich sauber. Doch inhaltlich bleibt vieles auf Einsteiger-Niveau.

Basierend auf der Novelle von Don Winslow entfaltet sich ein vielschichtig angelegtes Katz-und-Maus-Spiel. Auf der einen Seite steht Mike, gespielt von Chris Hemsworth, ein Juwelendieb mit klar definiertem Moralkodex und professioneller Gelassenheit. Seine Coups sind präzise geplant, nahezu mit chirurgischer Präzision geplant und durchgeführt. Auf der anderen Seite Lou, verkörpert von Mark Ruffalo, ein abgekämpfter Ermittler, dessen Instinkt ihn in die richtige Richtung führt, dessen Vorgesetzte ihn jedoch regelmäßig ausbremsen.

Als bei einem Raubüberfall etwas aus dem Ruder läuft, gerät Mikes sorgsam konstruiertes Selbstbild ins Wanken. Der Fehler öffnet Lou ein Fenster. Gleichzeitig kommen weitere Figuren ins Spiel. Halle Berry gibt die ehrgeizige Versicherungsmaklerin Sharon, die in einer männerdominierten Branche um Anerkennung kämpft. Barry Keoghan verkörpert den brutalen Biker Ormon, der das Macht Vakuum nutzt, um Mikes Territorium zu übernehmen. Die Dynamik verschiebt sich, die Fronten verhärten sich.

Chris Hemsworth in CRIME 101
Chris Hemsworth in CRIME 101 © Sony Pictures Germany

Hochkarätige Besetzung, vertraute Muster

Layton und Kameramann Erik Wilson tauchen Los Angeles in kühle, gestochen scharfe Bilder. Der Film strahlt Selbstsicherheit aus. Zwei intensive Verfolgungsjagden setzen deutliche Akzente und sorgen für rhythmische Beschleunigung innerhalb der etwas ausgedehnten Laufzeit. Als Kinothriller für Erwachsene funktioniert das solide. Besonders erfreulich ist Halle Berrys Präsenz. Ihre Figur erhält emotionale Fallhöhe und echte Motivation. Dennoch bewegt sich das Drehbuch auf bekanntem Terrain.

Ruffalo spielt erneut den desillusionierten Cop. Hemsworth bleibt der charmante Profi-Kriminelle mit bröckelnder Fassade. Keoghan bringt Energie ins Geschehen, doch auch sein brutales Repertoire gehört längst zu seinem etablierten 1×1 seines Rollenprofils. Crime 101 ist technisch gelungen, atmosphärisch stimmig und prominent besetzt. Was fehlt, ist die narrative Relevanz jenseits der Oberfläche. Es mangelt nicht an Qualität, sondern an Überraschung. Ohne ikonische Verdichtung wie in Heat bleibt der Film respektabel, aber nicht nachhaltig.

Fazit: Ein elegant inszenierter Thriller mit Starpower und starken Momenten. Doch unter dem Hochglanz fehlt die Substanz, die ihn über Genre-Standard hinausheben würde.

Film Bewertung 6 / 10