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Filmkritik: Thor – Donnerschlag oder Wetterleuchten

Posted by By at 21 April, at 13 : 33 PM Print

Filmkritik: Thor – Donnerschlag oder Wetterleuchten

Filmkritik von Ilija Glavas

Thor  – OV in 3D ( 2011)

Regie: Kenneth Brannagh

Darsteller: Chris Hemsworth, Anthony Hopkins, Tom Hiddleston, Idris Elba, Stellan Skarsgard, Natalie Portman, Rene Russo

Story:
Asgard – das sagenumwobene Königreich der Götter. Hier hat sich der mächtige Thor (Chris Hemsworth) als wagemutiger und tapferer Krieger einen Namen gemacht.

Doch durch eine rücksichtslose, mutwillige Entscheidung entfesselt der ebenso arrogante Donnergott aufs Neue einen seit Generationen befriedeten Krieg im Götterreich. Zur Strafe wird Thor daraufhin von seinem Vater Odin (Anthony Hopkins) auf die Erde verbannt und ist gezwungen, sein Dasein unter den Menschen zu fristen. Die Rückkehr in seine Heimat ist ihm erst gestattet, wenn er gelernt hat, seine Überheblichkeit zu zügeln und seine Kräfte nach den göttlichen Regeln von Asgard zum Wohle aller einzusetzen. Es ist ein harter Aufschlag auf der Erde für Thor – im wahrsten Sinne des Wortes….

Filmkritik:

Donnerschlag statt Wetterleuchten.

Das Marvel Universum bereichert uns mit bildgewaltiger Action und einem neuen bombastischen Superhelden in 3D. Thor – Der Donnergott ist ein bekanntes Marvel Comic, dass durch Stan Lee seit 1962 Aufmerksamkeit erhält. Im Gegensatz zu Iron Man, kommt hier die Komponente Gott und Universum dazu. Thor lernt auf unserem Planeten, was Menschlichkeit und königliches Benehmen bedeutet. Der Film von Regisseur Kenneth Brannagh ( Henry V, Hamlet ) – schliddert mit seiner Figurenzeichnung sanft am Kitsch vorbei. Seine Einführung eines weiteren Mitglieds der Superhelden Truppe „The Avengers“ –  ist durchaus gelungen. Kenneth Brannagh, ist ein intelligenter, großer Shakespeare Experte  und hat ein Gespür für Dramen. Seine Interpretation des nordischen Vater / Sohn – Konflikts, ist mit Anthony Hopkins gut besetzt. Doch, nicht der britische Schauspieler – der seinem Text Dramatik verleiht – macht die Comicverfilmung zum Gewinner. Es ist der 1,94 m große Australier  – Chris Hemsworth. Der Muskelberg schafft es, dem nordischen Gott seinen eigenen Wikinger Charme zu verpassen. Nicht zuletzt, durch einen Bizeps, welcher anscheinend in einem Hochofen geschmiedet wurde. Der Hüne ist Zentrum und Auslöser der Handlung. Sein Handeln, ruft riesige Probleme hervor. Hemsworth schafft es, die Bürde der Gottesfigur auf Erden zu Meistern. Er spielt ihn leidenschaftlich und sehr Sympathisch. Sein Thor ist ein sturer, eitler und arroganter Superschnösel. Bewaffnet mit seinem Hammer, ist er Blitzschnell, erzeugt Wirbelstürme und lässt es eben auch mal Donnern. Die tragende Rolle spielt er gut, ohne im Schatten eines Hopkins oder Hiddleston zu stehen.


Wie am Flipperautomat, wechseln die unterschiedlichen Location. Im Voiceover erzählt Odin von alten Schlachten, dann wird Asgard gezeigt. Die Reise nach Jotunheim und zum Schluss die Erde. All dieses Wurmloch gehüpfe funktioniert. Nicht einen Augenblick verliert man die Übersicht. Die Kamera fährt, fliegt und kreist über das sensationelle Set Design. Die Optik auf der Erde erinnert an Iron Man. Eine Anpassungen die sicherlich im Hinblick auf die Avengers wichtig ist.  Auch wenn Brannagh in einer Szene eine etwas untypische Slow Motion einsetzt. Bo Welch hat ein tolles Set kreiert. Ob das Heimdalls Observatorium oder Jotunheim ist, das Gefühl beim Anblick passt. Asgard wirkt wie eine große goldene Orgel, mit der legendären Regenbogenbrücke- Bifrost, die in hundert bunten Farben schimmert. Die 3 D Effekte sind durchschnittlich, und angenehm, mit Spielraum nach oben. Es macht, in den spektakulären Kämpfen, viel Spaß die Brille aufzuhaben. Die Szenen auf der Erde, in denen Thor durch Natalie Portmanns Charakter, Menschlichkeit lernt, sind dagegen wie „nach Hause“ kommen und Füße hochlegen.

Es gibt keine Ausfälle oder nervige Schauspieler ( siehe unser Thor Special ). Das Forscher Team spielt solide und hat auch die witzigsten Szenen des Films. Die angedeutete Romanze zwischen Thor und Natalie Portmanns Figur, wirkt in den ruhigen Szenen und wird nicht durch Kitsch überstrapaziert. Der einzig echte Wikinger am Set, der Schwede Stellan Skarsgard, hat einen netten Auftritt in einer Bar – mit Thor. Diese Szene steht in einem schönen Kontrast zum opulenten und göttlichen Asgard. Anthony Hopkins merkt man, in jeder seiner Szenen, den Spaß an der Arbeit wieder an. Die Luft war etwas raus –  und eigentlich wollte sich der gebürtige Waliser eine Auszeit gönnen. Die Szenen zwischen Loki, Thor und Odin, hoch oben in Asgard – sind von elektrifizierender Intensität. Tom Hiddleston als eifersüchtiger und manipulativer Halbbruder Loki, spielt die intimen Familienszenen grandios und lässt die Erdszenen dagegen nebensächlich aussehen. Der Humor ist ebenfalls gut platziert und bringt einen zum Schmunzeln. Der „Hammer aus dem Stein“ ziehen – Event, in Anlehnung an die Arthus Sage, oder Thors Besuch in einer Tierhandlung, sind wahre Schenkelklopfer . Die Sidekicks sind ebenfalls gut gecastet – Klasse: Ray Stevenson, der ständig am futtern ist – alle bekommen auch Zeit sich zu beweisen. Mehr ist auch nicht nötig. Ein kurzer Auftritt eines weiteren Avengers, Jeremy Renner als Hawkeye, ist Willkommen und bringt Vorfreude auf Kommendes. Ein toller, krachender Score unterstützt die Bildgewalt – und verleiht dem Effekt – Gelage noch mehr Kraft.

Etwas neben der Spur sind die Kämpfe zwischen Thor und dem Destroyer. Ebenfalls zu schnell abgehandelt, das Finish gegen Loki. Hier verliert die Regie das Tempo – einer „Der Herr der Ringe“ ähnlichen Sequenz – zu Beginn des Action – Donners. Gut gelungen ist das Design des Feuerspuckenden Blechschädels. Spaßig: Er wird zuerst für eine neue Erfindung von Tony Stark gehalten. Angesiedelt sind die Kämpfe in einer Kleinstadt, was nach einem Western Showdown aussieht und durchaus Charme hat, denn hier kann Thor nicht einfach untertauchen – wie ein Spider Man in einer Millionenstadt. Die Fights sind grell, laut und krachend in Szene gesetzt – doch leider sind die Kampfszenen auch schneller verpufft  – als das der Destroyer Rost ansetzen könnte.

Fazit: Thor ist angekommen – mit Donnerschlag! Thors Geschichte ist ein menschliches Familiendrama in neun Dimensionen, in der auch göttliche Halbbrüder streiten dürfen. Schwere Kost, locker und leicht serviert durch eine gute Regie, schöne Kostüme und tolle Kamerafahrten. Mit Abstrichen für die Erdszenen und dem Endkampf, bleibt ein spektakuläres Fantasy – Action – Gewitter. Der 3D Effekt ist akzeptabel und klappt auch ordentlich. Nicht Comicfans werden wissen wollen wie es weitergeht – Marvel Fans sowieso. Captain America muss diese Vorlage erst einmal Erfüllen – eine schwere Aufgabe. It´s Hammer – Time! TIPP: Den kompletten Abspann abwarten- Zusatzszene am Ende!

Wertung: 7  / 10

10        Meisterwerk
8-9       sehr gut
6-7       gute Unterhaltung
5          gerührt statt geschüttelt
3-4       geht grad noch
1-2       miserabel
0          ohne Worte


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