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Filmkritik: Paul – Ein Alien auf der Flucht

Posted by By at 17 April, at 14 : 25 PM Print

Filmkritik: Paul – Ein Alien auf der Flucht

Filmkritik von Ilija Glavas

PAUL (2011)

Regie: Greg Mottola

Darsteller: Simon Pegg, Nick Frost, Jason Bateman, Kristen Wiig

Story: Die zwei englischen Comic- und Science-Fiction-Fans Graeme und Clive reisen durch die USA, besuchen die Comic Con und berühmte UFO-Sehenswürdigkeiten, wie z.B. Roswell. Als das redselige Alien Paul aus der Area 51 ausbricht und bei den beiden Freunden Zuflucht sucht, müssen diese sich mit dem FBI und Südstaaten-Hinterwäldlern herumschlagen.

Kinofilm Paul Ein Alien auf der Flucht

Filmkritik:

Die Alien Kacke dampft und kühlt zu schnell ab.

Mit ihren schwarzen Komödien „Shaun of the Dead“ und „Hot Fuzz“ , haben uns Simon Pegg und Nick Frost schönstes Genre Kino serviert. Das Anarcho-Brit-Duo schreibt meist das Drehbuch gemeinsam und spielt auch die Hauptrollen. Ihr neues Werk spielt in den USA, damit reisen sie zum Ursprung ihrer Vorgänger. Leider ist beim Sprung über den grossen Teich, der Grossteil ihrers Anarchohumors auf dem alten Kontinent geblieben. Das Ergebnis ist eine nette Nerd- Road-Movie Komödie, die sehr hinter den beiden Kollegen zurückliegt. Es fällt nicht leicht genau zu sagen woran es liegt, sind doch die Grundbedingungen gegeben, da beide sehr viel Symphatie und Esprit versprühen. Es wäre zu einfach es dem neuen auf dem Regiestuhl anzukreiden. Greg Mottola Superbad- der eventuell nicht mit dem Brit Humor zurecht kam. Vielleicht liegt es an uns, als verwöhnte Zuschauer, denen zwei herrlich skurillen Vorgänger serviert wurden.

Die Regiearbeit ist wesentlich ruhiger, weniger „Blitzartig“, als Kollege Edgar Wright zuvor. Als Road Movie funktioniert der Film, allerdings springt der Funke nicht so wirklich über. Sei es der Humor, Witz,die Figuren damit aus Paul ein absolutes Highlight wird. Die beiden englischen Buddys sind absolute Sci-Fi Fans, Autoren und Illustratoren. Gemeinsam besuchen sie die Comic Con, das Epizentrum und das Mekka ihrer Leidenschaft. Durch diese Quelleangabe, etliche Anspielungen auf Kommendes, erspart sich das Drehbuch leidliche Charakterisierungen.Die beiden werden im Verlauf des Film gefühlte 247 mal als Nerds bezeichnet. Ein kleiner Fauxpas, den man hätte vermeiden können. Gut, dass ihr Wissensstand kurz die Erwartungshaltung des Kinogängers aufs Glatteis führt. Auf ihrer UFO- Sightseeing Tour durch die USA, hat man dann auch prompt ein echtes Alien an Board. Hier geht der Film so richtig los. Anspielungen ( man achte auf die Bar Musik ) – derbe Witze und Sprüche. Etliche T-Shirts zitieren leise oder mal mit Holzpfahl. Was fehlt ist die Parodie und Ironie. Die Schlipsträger sind alles andere als Cool. Weder ihre Sprüche, ihre übertriebene Coolness oder ihr Handeln.

Filmkritik, Kinonews, Kinoprogramm

Klischee Alien vs. Brit Duo

Das Brit Duo durchlebt den Film zu passiv, zu brav und zu fremd gesteuert, statt Herz- und Witz-Zentrum zu sein. Da hilft dann nur noch Alien Paul, der natürlich als Titelfigur im Zentrum stehen darf, aber mehr Hilfsarbeit zu leisten hat, als nötig gewesen wäre. Als lässig-brachiales Klischee-Alien (fürs Aussehen gibt’s immerhin eine unspektakuläre Erklärung) löst Paul dann als Konsequenz, die meisten Gags aus. Zu oft geht es platt unter die Gürtellinie, immer als Puffer zwischen den einzelnen Brüllern. Es fehlt dem Sci-Fi Road-Movie zu oft an Tempo, Esprit und Außenperspektive. Das wichtige Comedy Element des Nicht-Amerikanischen fehlt hier, was bei Shaun of the Dead und Hot Fuzz letztendlich für Spaß und parodistische Spitzen sorgte. Hier befindet sich das Grundthema in der eigenen Heimat und so müsste wenn schon Paul die Außenperspektive geben, doch der ist über die Jahre vollends amerikanisiert worden, während unsere Freunde aus der alten Welt als Amerikaner im Herzen ebenfalls ausscheiden.

Fazit: Es ist und bleibt ein netter, kurzweiliger und meist einigermaßen unterhaltsamer Film, dem trotz Geniestreichen, wie einem 10-Sekunden Drogenflash, täuschend echten Alienaufstellern oder Sigourney Weavers Finale, die Frische, die Spontanität und das genial Verrückte der Vorgänger missen lässt. Für Fans von Pegg/Frost und brachialem Fäkal Alien Humor ein Pflichtprogramm. Nett, mehr nicht.

Wertung 5/10

10        Meisterwerk
8-9       sehr gut
6-7       gute Unterhaltung
5           gerührt statt geschüttelt
3-4       geht grad noch
1-2       miserabel
0          ohne Worte

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