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Filmkritik: Total Recall

Posted by By at 14 August, at 13 : 22 PM Print

Filmkritik: Total Recall

von Ilija Glavas  

Titel: Total Recall ( USA 2012 )

Regie: Len Wiseman

Besetzung: Colin Farrel, Jessica Biel, Kate Beckinsale, Bill Nighy, Bryan Cranston u.a.

Story:

TOTAL RECALL ist ein spektakulärer Actionthriller über Realität und Erinnerung, der von der berühmten Kurzgeschichte „We Can Remember It For You Wholesale“  ( Erinnerungen en Gros ) von Philip K. Dick neu inspiriert wurde. „Willkommen bei Rekall, der Firma, die Ihre Träume in echte Erinnerungen verwandeln kann.“ Obwohl Fabrikarbeiter Douglas Quaid (COLIN FARRELL) eine wunderschöne Frau (KATE BECKINSALE) hat, die er sehr liebt, klingt so ein Mind-Trip wie der perfekte Urlaub von seinem frustrierenden Alltag. Echte Erinnerungen aus dem Leben eines Superspions könnten genau das sein, was er braucht. Doch als die Programmierung schiefgeht, wird Quaid ein gejagter Mann. Von der Polizei verfolgt – die unter dem Kommando von Chancellor Cohaagen (BRYAN CRANSTON), dem Führer der freien Welt, steht – verbündet sich Quaid mit der Rebellin Melina (JESSICA BIEL), um den Chef der Untergrund-Widerstandskämpfer (BILL NIGHY) zu finden und Cohaagen zu stoppen. Der schmale Grat zwischen Fantasie und Wirklichkeit verschwimmt immer mehr, und das Schicksal seiner Welt droht aus dem Gleichgewicht zu geraten, als Quaid entdeckt, wer er wirklich ist, wen er wirklich liebt und was seine wahre Bestimmung ist.

Filmkritik:

Düsterer Tripp in die Zukunft und eine rasante Fahrt durch den Erdkern – top Unterhaltung!

Im Jahr 2084 ist die Erde nach globalen Katastrophen und Kriegen mit C- Waffen zerstört. Es existieren nur noch zwei Nationen – die „Vereinigte Föderation von Britannien“ – auf dem Gebiet er britischen Inseln und die sogenannte „Kolonie“ – bekannt als Australien. Die Kolonie beheimatet das einfache Arbeitervolk und die elitäre Klasse um Kanzler Cohaagen (Bryan Cranston) herrscht in der Föderation. Eine Gruppe von Rebellen um den Widerstandskämpfer Matthias (Bill Nighy) stellt sich der Föderation in den Weg. Auf der Flucht springt Quaid, der eigentlich Carl Hauser heißt und tatsächlich ein Doppelagent ist, in das Gefährt der Rebellin Melina (Jessica Biel), die ihn sehr gut zu kennen scheint.

Soweit ist die Story und die Handlung vielen bekannt – trotzdem atmet diese Neuauflage eine eigenständige Luft, gibt sich düsterer und rasanter. Die Frage ob ein Remake  des Science-Fiction-Klassikers „Total Recall – Die totale Erinnerung“ wirklich sein musste – ist,  wie bei vielen Remakes, zumindest berechtigt.  Seit 19990 sind in der technischen Hinsicht viele Neuerungen umgesetzt worden. Tricks und Sf/x sind meilenweit fortgeschritten und ermöglichen eine vollkommen neue Darstellung einer dystopischen Zukunft auf der Erde. Kein Mars – keine Mutanten – kein Arnie,  dafür tolle andere Spielzeuge und krachende Action.

Da Kollege Schwarzenegger ebenfalls nicht dabei ist, bekommt der Film durch Farrells Darstellung eine andere Luft: Düsterer und zeitgemäßer Sci-Fi-Action-Thriller mit hohem Tempo und phantastischem Set-Design. Paul Verhoevens „Total Recall“ hat seinen Charme und wird immer Kult bleiben. Regisseur Len Wiseman ist ein bekennender Fan und würdigt dies mit Hommagen, streut Zitate und Anspielungen ein – so gibt es  einen Cameo-Auftritt der dreibrüstigen Frau (Kaitlyn Leen), obwohl mit dem Mars auch die Mutanten aus der Handlung der Neuauflage verschwunden sind.

Diese Abkehr vom Mars ist sicherlich eine große Änderung, besinnt sich aber dadurch auf die Vorlage von Dick. Da gibt es eben keinen Schauplatz auf dem Roten Planeten – nur die neue Erde. Dabei wird auf den Look anderer Philip-K.-Dick-Verfilmungen wie „Blade Runner“ und „Minority Report“ angespielt, dazu gibt es Ideenklau bei „Krieg der Sterne“ und „RoboCop“ – einem weiteren Paul-Verhoeven-Film – alles im Sinne der Würdigung des Altmeisters. Die wohl beeindruckendste Idee ist der Transporter „The Fall“ – welcher nur 17 Minuten benötigt um sich durch den Erdkern zwischen den Kolonien in rasantem Tempo  zu bewegen.  Alleine diese Idee würde bei Jules Verne wohl akutes Herzrasen und Kurzatmigkeit auslösen. Len Wiseman hält nicht nur in dieser Szene das Tempo hoch. Von Beginn der ersten Szene mit Quaid/ Hauser geht es mit vollem Speed und Körpereinsatz zu Sache. Harry Gregson-Williams‘ („owboys & Aliens“) pushende Musik begleitet die fulminanten Action Szenen , die als Feuerwerk den Kinofan begeistern. Es ist krachend und mitreißend, die Verfolgungsjagden abwechslungsreich und mit Hochgeschwindigkeit inszeniert. Aktuell gesellschaftskritisch bleibt Total Recall in seiner Thematik. Unterdrückung der Schwachen, Gier, Bereicherung und Selbstzerstörung unseres Planeten  durch den Menschen.

Alle drei Hauptdarsteller werden in jeder Szene physich gefordert und liefern Punktgenau ab. Colin Farrell ist kein Arnie und versucht auch erst gar nicht eine physiche Präsenz anzubieten. Ist auch nicht nötig, da dieser Doug Quaid seine eigene Rolle bekommt. Jessica Biel und Kate Beckinsale kämpfen in einer Szene auch gegeneinander – was ebenfalls im vergleich zhum Vorgänger sehr innovativ und gut umgesetzt wurde.

Fazit: Ohne die philosophische Note, welche sich durch die Vorlagen von Phillip K. Dick zieht – geht es temporeich und kurzweilig zu Sache. Ein dystopisch-düsterer Non-Stop-Actioner, der durch seine spektakulären Bildern zum wirklichen Kino Sommer Ereignis wird. Ungebremst und mit tollem Set Design – geht es, wie mit dem Superfahrstuhl „The Fall“ – rasant durch den Film!  Abgefahren!

Wertung: 7,5 / 10

10 – Meisterwerk
8-9  sehr gut
6-7 gut
5  Ziel erreicht
3-4 grad noch wach geblieben
1-2 Geldverschwendung
0 – Geld zurück verlangen

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