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Filmkritik: Super 8

Posted by By at 27 Juli, at 16 : 50 PM Print

Filmkritik: Super 8

von Ilija Glavas

GENRE Science Fiction

REGIE J.J. Abrams
BESETZUNG Kyle Chandler, Elle Fanning, Joel Courtney, Gabriel Basso, Noah Emmerich, Ron Eldard, Riley Griffiths, Ryan Lee, Zach Mills, u.a.

SUPER 8 
OT: Super 8

Als sechs Teenager 1979 zu einer Super 8-Kamera greifen, um einen Film zu drehen, ahnen sie nicht, wie gruselig die Bilder sein werden, die die Kamera einfängt… Es ist stockfinstere Nacht. An einer abgelegenen Zugstrecke wollen die Freunde gerade ein paar Szenen drehen, als sie Zeuge eines grausamen Vorfalls werden: Ein Pickup rast auf den Gleisen direkt auf einen entgegenkommenden Zug zu und prallt frontal mit ihm zusammen. Die Stille der Nacht wird zerstört durch das ohrenbetäubende Bersten von Metall und der grellen Explosion des Benzintanks, gefolgt von einem rasenden Feuerball, aus dem sich mit roher Gewalt der entgleisende Zug seinen Weg bahnt. Fassungslos starren die Teenager auf die rauchenden Trümmer, als ein unheilvolles, mächtiges Pochen in einem der Waggons ihnen Angstschauer über den Rücken jagt. Was auch immer sich dort den Weg nach draußen bahnen will, hat mit menschlicher Kraft nichts zu tun. Panik bricht aus, und die Super 8-Kamera wird Zeuge eines Vorfalls, den es später so nie gegeben haben wird…

Filmkritik:

Der Film wird nicht die Welt verändern- sie aber mit einer schön erzählten Jugend-Abenteuer-Monster-Love-Story bereichern.

Der Meister des Suspense ist wieder da – und begibt sich auf die mysteriöse Spur zu einer der größten Verschwörungstheorien der Menschheit. J.J. Abrams, der sich als Produzent und Regisseur von Kinohits wie „Cloverfield“, „Star Trek“ oder der erfolgreichen TV-Serie „Lost“ als Genre-Spezialist etablierte, dringt mit Hollywood-Legende und Produzent Steven Spielberg mit SUPER 8 in das geheimnisumwobene militärische Sperrgebiet der Area 51 ein. Es wurde im Vorfeld von einem Prequel zu Cloverfield spekuliert – alles Blödsinn. Es ist eine Huldigung an Abrams´s Idole. Denen gewidmet, welche mit einer Super 8 Kamera, schlechten Special/FX und literweise Kunstblut Filmgeschichte schrieben. Ein Film der seine älteren Zuschauer in ihre Kindheit versetzen – oder das jüngere Publikum daran erinnern wird, das es andere Beschäftigungen gibt als Facebook, PC und Videospiele.

Das neue Werk von JJ Abrams ist kein grandioses Meisterwerk,  geschweige denn ein Meilenstein der Filmgeschichte. Nein, es ist ein Sonnenschein inmitten der bedrohlichen und gigantischen Blockbuster. In Zeiten von von mehr oder weniger gelungenen Superhelden Filmen, ist dies ein Feel-Good-Movie. Super 8 ist ein wundervoller Film, voller Nostalgie – nicht nur was die Zeit betrifft – er steht mehr für die Art des Filme „Machens“ dieser Zeitspanne. Eine Ära, in welcher die Geschichten aus Sicht jugendlicher – BMX fahrender Abenteurer erzählt wurde. Ohne den heutzutage zelebrierten Action – Orgasmus.

Die Gradlinigkeit ist hier besonders angenehm. Keine Rückblenden, Zeitsprünge oder ähnlicher verwirr Stil. Das Tempo ist stimmig und treibt die Geschichte in angenehmen Speed voran. Eine tolle Kamera und Lichteffekte bringen die Stimmung auf den Punkt. Unterbrochen wird das ruhig erzählte Monsterspektakel durch gut platzierte Action-Sequenzen. Diese sind trotz Feuer und Explosionen übersichtlich und bringen den Kinosaal zum beben. Ironisch ist, dass das Monster eigentlich gar nicht so im Fokus steht. Es wird zwar alles aufgelöst, was aber der guten alten 80er Jahre Erzählstruktur entspricht. Das Gesamtbild wird von einem guten Score abgerundet. Was JJ Abrams anders macht als sein Idol Spielberg in „Krieg der Welten“ ist, dass er einen Blick hinter den Berg gestattet – damit man sich nicht den Hals verrenkt, bei dem Versuch einen Blick auf das Wesen zu werfen – Spielberg´s Angreifer hatten kein Gesicht, keine Identität. Mehr möchte man auch zur Story nicht verraten, da es einfach zu viel des Erlebnisses rauben würde.

Die Darsteller Riege der Kids spielt wundervoll. Jeder einzelne ist symphatisch, trotz verschiedener Charaktere. Da machen die Sprüche untereinander einen herrlichen Spass. Nachdenkliche Momente gibt es aber genau so. Den Nebenplot erzählt Abrams mit einer Leichtigkeit, wo andere Regisseure verzweifeln würden. Es nervt zu keiner Zeit und fühlt sich dadurch nicht deplaziert oder unglaubwürdig an. Besonders Elle Fanning, Schwester von Dakota Fanning bekannt aus Krieg der Welten, hat eine große Karriere vor sich.

Der Kern der Story mag ein Manko darstellen, an gewissen Stellen hätte man JJ Abrams mehr Mut gewünscht –  und wird daher sicherlich auch keinen Oscar für den Plot bekommen. Ebenfalls keine Standing Ovation darf man sich bei den 08/15 Soldaten erhoffen. Diese sind da, tun sehr geheimnisvoll und sind gefühlte Invasoren mit unmenschlichen Zügen und Handlungen. Dazu ist auch nicht viel mehr zu sagen. Ein weiteres Problem entsteht vielleicht beim Zuschauer, der keinen Bezug zu Werken von Spielberg/Rob Reiner hat. Wer Filme wie „Die Goonies„, „Stand by Me“ oder „Die unheimliche Begegnung der dritten Art“ nicht kennt oder gesehen hat – sollte dies nachholen. Dann bereitet Super 8 mehrfach Spass und entfaltet seine volle Wirkung.

Fazit: Ein Film der uns in die Zeit des Filmemachens entführt, als Jugend noch Abenteuer bedeutete. In rasanten, aufregenden und effektgeladenen Bildern wird Super 8 nicht nur bei Sci-Fi-Action-Fans und Nostalgikern, sondern allen Filmfans in diesem Sommer für Furore und Spaß sorgen!  Die Geschichte bringt eine Hommage an Steven Spielberg, Jack Arnold oder den Zombiefilm Gott George Romero auf die Kinoleinwand ( sitzen bleiben beim Abspann )– und das mit Walkman und BMX Rad.

Mehr Informationen zum Film findet ihr auf der offiziellen Website zu „Super 8“.

Wertung: 8/10

10 – Meisterwerk
8-9  sehr gut
6-7 gut
5  Ziel erreicht
3-4 grad noch wach geblieben
1-2 Gelverschwendung

0 – Geld zurück verlangen

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