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Filmkritik: Source Code

Posted by By at 21 Mai, at 08 : 26 AM Print

Filmkritik: Source Code

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Dank an Kinowelt

von Ilija Glavas

Originaltitel: Source Code (2011)

Regie: Duncan Jones

Genre: Science Fiction,Thriller, Action  93. min

Darsteller: Jake Gyllenhaal, Michelle Monaghan, Vera Farmiga, Jeffrey Wright u.v.a.

Story: Eine Eilmeldung im Fernsehen: Kurz vor Chicago explodierte ein Personenzug – es gab keine Überlebenden. Wenig später erwacht Colter Stevens (Jake Gyllenhaal) in genau diesem Zug – im Körper eines anderen Mannes und an der Seite der jungen Christina (Michelle Monaghan). Nach und nach begreift der Kampfpilot: Er ist im „Source Code“. Dank dieser Technologie kann Stevens den Körper eines anderen Menschen übernehmen – für acht Minuten vor dessen Tod. Sein Auftrag: Finde die Bombe und schalte den Bombenleger aus. Wieder und wieder durchlebt Stevens die Katastrophe und setzt das Puzzle mit Christinas Hilfe zusammen. Die Zeit drängt, denn ein weiterer, viel größerer Anschlag droht.

Filmkritik:

Mindfuck mit Gesprächsbedarf

Duncan Jones ( zum Special klicken ), der sich mit seinem Erstling Moon einen guten Namen machte, schafft mit Source Code ein weiteres kleines Genre-Highlight. Ein Vergleich mit MOON ist nahe liegend, denn auch in Source Code beschäftigt man sich mit der Frage nach dem Existenziellen.

Hatte man in Moon reichlich Zeit um zu philosophieren – bleibt Duncan Jones in seinem zweiten Kinofilm wenig Zeit für Charakterstudien. In 90 Minuten ( ohne Abspann ) geht es auch von Beginn an zur Sache. Nach einem Urlaubsvideo- Reifen – Flug mit der Kamera über Chicago erwacht der Zuschauer mit dem Protagonisten im Zug. Die ersten acht Minuten laufen und Gyllenhaals Colter ist vollkommen irritiert.  Mit fortlaufendem Einstieg in den Source Code puzzelt man sich langsam an den Attentäter ran. Mit wachem Verstand ist der Täter auch schnell entlarvt. Spätestens in den zweiten acht Minuten.

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Im bekannten Stil von „Deja Vu“ und „Und täglich grüsst das Murmeltier…“ durchlebt unser Held wieder und wieder acht Minuten im Körper eines Fremden. Die unbarmherzig tickende Uhr sorgt durchaus für spannende Momente. Das Zusammenspiel der Darsteller passt, ist stimmig und souverän. Die acht Minuten Romanze nervt zu keinem Zeitpunkt. Sie ist sogar amüsant, da Monaghan und Gyllenhaal von Szene zu Szene anders agieren. Wobei Monaghans Christina eher reagiert, auf die manchmal kuriosen Aktionen ihres Freundes. Dazwischen erwacht der Pilot Colter in seinem Kampfanzug, einer Hubschrauberkanzel ähnlichen Kammer. Er ist per Video und Ton mit der Zentrale verbunden. Hier wird in knappen Sätzen kurz über Quantenphysik und Parallelwelten gefaselt. Colters Bezugsperson wird von Vera Farmiga kontrolliert und überschaubar dargestellt. Dagegen ist Dr. Rutledge ( James Wright ) als geheimnisvoller Professor eher unbedeutend – und limitiert.

Sehr gut gelungen sind die Wendungen im Film. Das Tempo wird nie übertrieben, keine Szene wirkt gehetzt. Hier entfaltet Jones seine große Stärke: Das narrative Kino in schönster Form. Er benötigt keine bombastischen Explosionen oder brachiale Action und Technik – Gefasel incl. mühevoller physikalischer Erklärungsversuche. Seine Antwort auf die Kernfrage des Films – In welchem Raum und welcher Zeit lohnt sich das Leben, oder ist weder Zeit noch Raum dafür notwendig – ist das Herzstück seines Films. Etwas nachdenklich bleibt der Zuschauer am Ende im Kino sitzen – mit Hoffnung auf ein baldiges Werk von Duncan Jones.

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Der große Schwachpunkt des Films ist der Source Code selbst. Das lassen wir so stehen sonst müsste man zu viel Spoilern.

Fazit: Ein Mindfuck der anderen Art. Mit Humor an Stellen wo kein Humor erwartet wird. Source Code ist nie glaubwürdig, aber bis zum Finale durchaus spannend. Für einen Meilenstein des Genres reicht das nicht – für einen gelungenen Kinoabend mit Sicherheit. Gesprächsbedarf wird aber sicherlich nach Verlassen des Kinos herrschen. Was würdest du tun, wenn du noch acht Minuten zu Leben hättest…

Kinomeister Wertung:

7 / 10

10        Meisterwerk
8-9       sehr gut
6-7       gute Unterhaltung
5          gerührt statt geschüttelt
3-4       geht grad noch
1-2       miserabel
0          ohne Worte

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