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Filmkritik: Skyfall

Posted by By at 3 November, at 00 : 48 AM Print

Filmkritik: Skyfall
von Ilija Glavas

Titel: Skyfall

Regie: Sam Mendes

Besetzung: Daniel Craig,  Judi Dench, Javier Bardem, Ralph Fiennes, Naomie Harris, Bérénice Marlohe, Albert Finney, Ben Whishaw  und Rory Kinnear

Story:

Als Bonds (DANIEL CRAIG) letzte Mission auf fatale Weise schief läuft und eine Reihe von verdeckt arbeitenden Agenten auf der ganzen Welt enttarnt werden, sieht sich der MI6 eines brutalen Angriffs ausgesetzt. M (JUDI DENCH) sieht sich gezwungen, mit dem gesamten Geheimdienst umzuziehen. Diese Ereignisse haben Folgen: Die Autorität und Position von M werden von Mallory (RALPH FIENNES) in Frage gestellt, dem neuen Vorsitzenden des Komitees für Spionage- und Sicherheitsangelegenheiten. Unter Druck, weil der MI6 nunmehr von Innen und Außen unter Beschuss gerät, kann M nur noch auf einen letzten verbliebenen Verbündeten zählen: Bond. Unterstützt von einer einzigen Außenagentin, Eve (NAOMIE HARRIS), geht Bond in den Untergrund und folgt der Fährte des mysteriösen Silva (JAVIER BARDEM), dessen tödliche Motive bislang noch ungeklärt sind. 

Filmkritik:

Wir sind gerührt, es ist ein Bond!

Was wurde in den letzten Wochen und Monaten nicht alles spekuliert, ob es der alte Agentenrecke schafft, die Kurve zu kriegen, aus der er mit „Ein Quantum Trost“ in hohem Bogen den Abhang hinabstürzte. Hatte Regisseur Marc Forster mit seinem Werbeclipstyle für epileptische Anfälle und böse Beleidigungen zahlreicher Bond Fans gesorgt, zeigt Oscar Preisträger Sam Mendes ( American Beauty ) wie es geht: Einfach! Minimalistisch und doch großartig! Damit ist nicht die Ausstattung oder der Cast gemeint. Mendes hat es geschafft, den durch den kalten Krieg gestählten Doppelnull Agenten in der Gegenwart ankommen zu lassen.

Die Figur des James Bond, war noch nie so am Boden wie der von Daniel Craig – brillant – verkörperte englische Vorzeige Spion. Daniel Craigs Wandlungsfähigkeit, seiner schauspielerische Klasse und seiner wiedererwachten Coolness, kann man in diesem Bond nicht widerstehen. Sein Charakter ist auf dem Weg der Selbstfindung und wandert dabei nah am Pfad der Selbstzerstörung. In einer tollen Szene sagt Bond auch was sein neues Hobby ist: Auferstehung! Die Figur ist Auferstanden, definitiv. James Bond ist zynisch, kokettiert mit dem Alter, dem alten und dem Vertrauten. Kein Bond bisher, war so psychologisch und doch faszinierend in seiner persönlichen Entwicklung. Eine Entwicklung, die im kalten Krieg begann. Mit einer sich veränderten Weltordnung, hat es James natürlich nicht einfach gehabt. Der eiserne Vorhang ist gewichen, dafür sind neue Bösewichte entstanden – der Agent verlor dabei fast die Übersicht und sich selbst aus den Augen.

Seine Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit ist der Schlüssel. Diese Selbstreflexion hilft ihm, sich endlich zu entscheiden wie, vor allem, was er denn nun sein möchte. Seine Familie existiert nicht, und damit bleibt ihm nur der MI6 und seine „Mutter“ – M.  Dame Judy Dench ist hier verletzlicher, menschlicher und gibt „M“ eine neue Note. Sie ist es schließlich, die einen Fehler wieder gut machen muss. Ihr MI6 liegt samt Bond am Boden. Daher zieht sie alle Register um alles ins Lot zu bringen. Vollgepackt mit Anspielungen auf alte Zeiten und Fehltritten in der Vergangenheit, kommen die „Relikte“ der alten Agenten Schule in der neuen Welt an. Dabei wird selbst der neue Quartiermeister, kurz „Q“, nicht verschont. Skyfall ist gespickt mit tollen und intelligenten Dialogen, scharfzüngigen Duellen, die ankommen. Dazu ist Javier Bardem der bisher komplexeste Bösewicht der Bondgeschichte. Sei es seine kurz durchschimmernde Boshaftigkeit eines „Joker“ oder provozierende, homoerotische Anspielungen – er ist vielschichtig, hellwach und skrupellos. In Händen eines anderen Schauspielers, wäre die Darstellung eine Groteske, eine Karikatur geworden.

Oscar Preisträger Bardem hat die Nuancen klug ausgelotet, seiner Figur die nötige undurchsichtige, intensive Aura eines Psychopaten verliehen. Man fühlt sich nicht wohl mit ihm in einem Raum zu sein und ist froh darüber, dass ihn die Leinwand davon abhält den Zuschauer aus dem Sessel zu pusten. Neben all den tollen Darstellern, darf man die Kamera Arbeit von Roger Deakins ( No Country for old Men ) nicht vergessen. Seine Bilder haben Tiefe, geben dem Kinobesucher Zeit in die Umgebung ein – und abzutauchen. Der Film ist stets übersichtlich, lässt den Kinofan die Wucht und Landschaftliche Eindrücke mitatmen. Schwer wird es jeder weitere Bond in Zukunft haben, dieses Level zu halten. Mit dem Mut, mit dem man vor sechs Jahren mit Craig begann, muss es Mutig weitergehen. Das ist die einzige Richtung, die Bond – Fans sehen wollen. Veränderung kann auch nach 50 Jahren innovativ sein.

Fazit: Es ist ein Bond! Er ist zurück, er hat Power, er ist Cool! Ein spannender Agententhriller der Spitzenklasse, mit grandiosen Darstellern, toller Action und einem fulminanten Finale, vor der Kulisse schottischer Einöde.

Wertung: 8,5 / 10 

10 – Meisterwerk
8-9  sehr gut
6-7 gut
5  Ziel erreicht
3-4 grad noch wach geblieben
1-2 Geldverschwendung
0 – Geld zurück verlangen

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