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Filmkritik: Colombiana

Posted by By at 24 August, at 17 : 10 PM Print

Filmkritik: Colombiana

 von Ilija Glavas

 

Colombiana ( 2011 )

Regie: Olivier Megaton

BESETZUNG:  Zoe Saldana, Jordi Mollà, Cliff Curt, Lennie James, Michael Vartan

Callum Blue, Amandla Stenberg, Beto Benites, Graham McTavish

Länge:  107 Minuten

Story:

Cataleya (Zoe Saldana) ist erst neun Jahre alt, als sie die Ermordung ihrer Eltern durch den brutalen kolumbianischen Mafiaboss Don Luis (Beto Benites) und dessen rechte Hand Marco (Jordi Mollà) mit ansehen muss. Sie selbst entgeht dem Anschlag nur knapp und es gelingt ihr, zu ihrem Onkel Emilio (Cliff Curtis) nach Chicago zu fliehen. Getrieben von dem Wunsch nach Rache und fest entschlossen, den Mörder ihrer Eltern aufzuspüren, lässt sie sich von Emilio zur Profi-Killerin ausbilden. Doch Don Luis genießt inzwischen den Schutz der CIA. Bei dem Versuch, ihren Erzfeind aus der Reserve zu locken, gerät nicht nur Cataleya immer mehr ins Fadenkreuz des FBI sondern auch Danny (Michael Vartan), der von den dunklen Machenschaften seiner Freundin nichts ahnt…

Filmkritik:

Bum! Bum ! Saldana.

Mit Transporter 3 hatte Olivier Megaton einen sehr schwachen Action Klamauk abgeliefert. Zusammen mit Produzent Luc Besson (Leon – der Profi ) sollte Colombiana ein kompromisslose Rache Action Story werden. Vorab: Das ist gelungen! Der Film ist ernst wie ein Jason Bourne, und weniger albern als Transporter 3.

Lange Zeit war Luc Besson davon ausgegangen, seine Geschichte um den Profi Killer Leon ( Jean Reno) weiter zu erzählen. Wie dies ausgesehen hätte, wissen wir nicht. Fakt ist, dass Besson und Megaton aus dem Wunsch ( Leon 2 ) und dem Desaster ( Transporter 3 ), eine Symbiose bildeten und einen Film schufen – welcher mit Zoe Saldana als Hauptdarstellerin in Colombiana über die Kinoleinwand wütet. Die überzeugendsten Argumente eines Action Films sind: Action, Motivation und Identifikation mit der Hauptfigur. Colombiana bietet dazu noch Coolness und Sexappeal. Das Drehbuch, von Mark Kamen und Besson, liefert alle Zutaten – und zusätzlich noch etwas mehr, etwas – was manch Kinofilm Geballer nicht schafft: Ein wenig Seele und Gefühl. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Colombiana ein reines Genre Spektakel ist, kein tiefgehendes Drama, keine Tragikstory mit weltverändernder Aussage.

Umso mehr überrascht es, dass das Script genau diese kleinen feinfühligen Momente erlaubt.  In den Szenen wo Cataleya ( Zoe Saldana ) als Kind mit ihrem Vater und später mit ihrem Onkel spricht ( als Bespiel sei hier die Szene mit ihrem Onkel in der Bibliothek genannt ) – offenbart die Geschichte glaubwürdiges Gefühl – ohne zu sehr in die Kitschzone abzudriften. Selbst als Erwachsene Frau, ausgebildet um ihre Rache zu vollenden – bleiben der Film und seine Heldin glaubhaft. Man nimmt Zoe Saldana jede Sekunde ihre Wut, Trauer aber auch ihre Sehnsucht nach Normalität und dem Ende ihrer Einsamkeit ab. Dies wird in kurzen Momenten mit ihrem „Love – Interest“ deutlich. Leider zu gewollt eingeflochten und damit ohne große Durchschlagskraft.

Dafür springt, turnt und schießt sie sich durchs Leben – manchmal im Lara Croft Gedächtnislook. Getrieben von Rache, jagt sie den Schurken Don Luis und seine Schergen ( Tricks von Cataleya ). Don Luis ist hierbei eine Parodie an die 70er Jahre Bad Guys – er raucht schlechte Zigarren, trinkt miesen Cognac und hört noch miesere Opern. Jordi Molla ( Bad Boys 2 ) ist Marco – Don Luis´rechte Hand und der perfide und schleichende Tod. Mit subtilen Untertönen spielt er die Gefahr auf zwei Beinen – sehr überzeugend und wesentlich humorloser als in Bad Boys 2. Die dritte Bedrohung für Cataleya ist der FBI Mann James Ross ( Lennie James ), der hier mehr als moralische Bedrohung herhalten muss, um Cataleya mit ihrer kriminellen Vergangenheit und Gegenwart zu konfrontieren.

Colombiana hat seine Schwächen, nervt aber zu keiner Zeit und es macht einfach Laune im Kino zu sitzen und Verfolgungsjagden, Explosionen und Schiessereien anzuschauen. Dazu bietet der Actionstreifen ein Spektakel an Zerstörungswut. Insbesondere die Schlußszene, ist ein Feuerwerk an Nahkampf, Zerstörung und Action. Hier sollte Megaton an seiner Inszenierung arbeiten. Nichts nervt mehr, als schlecht platzierte Zeitlupenaufnahmen, welche die Dynamik der Handlung und der Szene stoppen. Die Stimmung im Film erinnert an Bad Boys – durch helle, farbliche Szenen-  gepaart mit düsteren Momenten wie die Gefängnisszene zeigt.  Dazu präsentiert sich ein Score, welcher die rührenden Momente etwas Klischeehaft darstellt, nicht einen Augenblick lästig wirkt und bei Action kaum vernommen wird.

Fazit: Solider Bum Bum Spass! Ein klassischer, kompromissloser Genrefilm als Action Überraschung  dieses Sommers. Anders als „The Mechanic“ und dadurch etwas ansehnlicher. Wer auf Jason Bourne oder Bad Boys steht – wird hier seinen Popcorn Spass haben. Colombiana ist ein gradliniger Film, welcher nichts anderes bieten möchte als pure Action, mit ab und zu feinfühligen Momenten.

Wertung: 6 /10

10 – Meisterwerk
8-9  sehr gut
6-7 gut
5  Ziel erreicht
3-4 grad noch wach geblieben
1-2 Geldverschwendung
0 – Geld zurück verlangen

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