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Filmkritik: Captain America (OV) 3D

Posted by By at 10 August, at 15 : 12 PM Print

Filmkritik: Captain America (OV) 3D

von  Ilija Glavas

Genre Science Fiction

REGIE Joe Johnston

BESETZUNG Chris Evans, Tommy Lee Jones, Hugo Weaving, Hayley Atwell, Sebastian Stan, Dominic Cooper, Toby Jones, Neal McDonough, Derek Luke, Stanley Tucci

CAPTAIN AMERICA
OT: The First Avenger: Captain America

In ganz Europa tobt der Zweite Weltkrieg und richtet unendliche Verwüstung an. Der junge Steven Rogers (Chris Evans) ist fest entschlossen, sein Land im Kampf um Frieden und Freiheit zu unterstützen, doch seine Körperkraft reicht für den gefährlichen Kriegseinsatz nicht aus. Unbeirrt stellt er sich nach seiner Ausmusterung für eine mysteriöse Versuchsreihe zur Verfügung: Das „Super-Soldier“-Programm macht aus dem unscheinbaren Mann eine unschlagbare menschliche Waffe – Captain America ist geboren! Kaum ist der neue Kriegsheld auf dem umkämpften Kontinent angekommen, steht ihm die bisher größte Prüfung seines Lebens bevor: Der Kampf gegen Nazi-Agent Red Skull (Hugo Weaving), der als absolut unbesiegbar gilt. Um ihn zu stoppen, muss Captain America sich selbst opfern…

CAPTAIN AMERICA ist eine Comicverfilmung der Superlative. Neben den „X-Men“ und „Spider-Man“ zählt „Captain America“ zu den Klassikern des Marvel-Comics-Universums. In Gestalt von Chris Evans („Fantastic Four“) erhält er nun unter der Regie von Joe Johnston („Wolfman“) die Gelegenheit, auf der großen Leinwand zu zeigen, warum er seit Jahrzehnten weltweit einer der beliebtesten Superhelden ist. Seinem Gegner verleiht niemand Geringeres als Hugo Weaving („Matrix“, „Der Herr der Ringe“) ein teuflisches Gesicht. Unterstützung erhält der unerschrockene Held bei seinem Kampf um Frieden und Freiheit durch Tommy Lee Jones („Men in Black“, „Men in Black II“, „No Country For Old Men“) in der Rolle des Colonel Chester Phillips und durch Hayley Atwell („Säulen der Erde“), die als toughe Widerstandskämpferin sein Herz erobert. Als genialer Arzt Dr. Abraham Erskine begeistert darüber hinaus Charakterdarsteller Stanley Tucci („In meinem Himmel“, „Burlesque“).

Filmkritik:

Die Frisbee – werfende US Flagge überrascht mit gemäßigtem Pathos und begeistert mit Eigenständigkeit.

Den Marvel Comic Liebhaber überkam die Schüttelfrost und das Ebola Fieber, als er den Regisseur zu Captain America vorgesetzt bekam: Joe Johnston! Richtig! Der Joe Johnston, der sich nach seinem „The Wolfman“ Debakel wieder als fähiger Regisseur darstellen kann. Gratulation dafür. Vielleicht hat er sich auf sein Frühwerk „ The Rocketeer“ besannt. Jedenfalls ist er handwerklich wieder obenauf. Die Geschichte des schmächtigen Steve Rogers bis hin zum Über – Captain hat Power, visuelle Kraft, eine gute Prise Schenkelklopfer und zumeist schaubare Oldschool – Action.

Ein ganz wichtiger Punkt, hier auch als Tipp: Die Hydras oder auch deutsche Wissenschaftler in Reihen der Amerikaner sprechen hier Englisch mit deutschem Akzent und das klingt NUR in der Originalversion cool. Das geht so weit, dass sich auch Hugo Weaving in seiner herrlich trashigen Rolle als Oberbösewicht Red Skull mit seinem ebenfalls deutschkundigen Kollegen Toby Jones auf Englisch unterhält, nur damit wir „seh äkzent“ hören können. Ein Highlight ist jedoch der toll spielende Stanley Tucci, der einige herrliche staubtrockene Momente hat und sich insbesondere mit Tommy Lee Jones, dem trockenen Humor auf zwei Beinen, wunderbare Wortgefechte zum Zustand der Soldaten und im Besonderen zu Steve Rogers liefert. Das funktioniert in egal welcher Sprache.

Steve Rogers ist eine klassische Heldenfigur, der als schmächtiger Hänfling ständig Prügel und Ablehnung einstecken muss, der allen zeigen will wie Mutig er ist, aber nicht darf, und schließlich eine außergewöhnliche Chance erhält. Wie schon bei Spider – Man gilt auch für auch für „The Star Spangeld Man“ die Maxime: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Dass sein Körper – Upgrade inklusive Kampftechniken kommt, nehmen wir einfach mal still und schweigend zur Kenntnis. Es ist eben ein Fantasy – Film. Doch während Steve die Hydras jagen will, hat er andere Dinge zu erledigen. Sehr Positiv ist die Zeit und Geduld, welche man sich nimmt um Steve als Figur, seine kontinuierliche Entwicklung hin zu Captain America zu festigen. Das ist richtig gut und funktioniert hervorragend, besonders im Vergleich zur Comic Konkurrenz, auch wenn der ideal besetzte und unglaublich trainierte Chris Evans meist nur den nachdenklichen oder den gefeierten Helden mimen darf, ohne seinerseits so gewitzt oder cool zu sein, wie es Hemsworth als Thor vormachte.

Dafür wird dem Captain mit Peggy Carter (Hayley Atwell) die bisher beste „Love Interest“ im Avengers – Universum an die Seite gestellt. Atwell gibt Peggy richtig Esprit und das Drehbuch gönnt ihr, eine taffe und selbstbewusste Frau zu sein. Gerade im Vergleich zu Natalie Portmans –  mehr oder weniger lauem Lüftchen aus „Thor“ – überzeugt Atwell. Außerdem funktionieren so auch die amourösen Verwicklungen zwischen ihr und unserem Helden.

Kurzweiliger Spaß also, mit Witz und guten Charakteren. Aber so ganz rund fliegt das Frisbee – Schild immer noch nicht. Minuspunkte gibt es, weil man sich so stark auf Rogers als Figur konzentriert. Red Skull kommt eher zu kurz. Dessen Pläne sind zwar sehr finster, aber dafür, dass er sich so sehr als Experte des mächtigen Cosmic Cubes aufspielt, nutzt er dessen Macht eher einfallslos. Klar, Laserwaffen peppen das WW2-Szenario auf, besonders wenn die Gegenseite bereit ist, nur mit einem Frisbee-Schild zu kämpfen (in tatsächlich zwei Momenten die einzige Möglichkeit, das abermals überflüssige 3D wirklich zu erkennen), was ohnehin schon viel goodwill seitens der Zuschauer erfordert. Dementsprechend gibt sich die Action ziemlich konfus, mit einer zuweilen seltsamen Chronologie, denn eigentlich ist es nur ein Zusammenschnitt verschiedener Stationen, immer dem Totenkopf und seinem Gefolge hinterher. Selbst die spaßige Tour mit dem Captain plus Team, die in einer kurzweiligen Montage verschiedene Hydra-Stationen ausmisten, scheint wenig zielstrebig und daher wenig dramatisch. So wirklich Spannung kommt zu selten auf, also bleibt nur Spaß, der uns am Ende noch mal gründlich vermiest wird. Zitate aus „Men in Black“ und „Die Rückkehr der Jedi Ritter„, sowie Hommage an „Indiana Jones“ sind sehr willkommen.

Das nachträgliche 3D ist einfach nur störend. Das Bild ist wesentlich dunkler, die Szenen gering. Zum Ende hin geht es doch  noch um die Avengers und wie Steve Rogers mit seinen zukünftigen Kollegen in Verbindung steht. Man kann nur hoffen, dass der Captain irgendwie doch noch ein Einzel – Abenteuer in Zeiten des zweiten Weltkrieges erleben kann, weit weg von fliegenden Robo – Anzügen und Augenklappenträgern. Denn wenn dieser Film eines gezeigt hat, dann dass die Marvel Filme immer dann am besten funktionieren, wenn sie unabhängig stehen können bzw. dürfen.

Fazit:

Kurzweiliger Retro Fun mit wenig Pathos und guter Action Die springende US-Flagge ist mit seiner erträglichen Portion Patriotismus der beste der Avengers-Filme, seit „Iron Man“. Gute Darsteller, mit Humor und Power inszeniert, einer guten Austattung und eigentlich durchweg unterhaltsam, wenn er auch die Zielgerade spät erreicht. Dass Andeutungen zu den Avengers erst am Ende auftauchen, ist ein großes Plus.

Wertung: 6,5 / 10

10 – Meisterwerk
8-9  sehr gut
6-7 gut
5  Ziel erreicht
3-4 grad noch wach geblieben
1-2 Geldverschwendung
0 – Geld zurück verlangen

Die offizielle Website zum Film finden Sie unter: www.CaptainAmerica-Film.de

Hier geht es zum Online-Game „Schwinge den Schild“: www.CaptainAmerica-Film.de/schild

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