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DVD – Veröffentlichung: Kritik zu Mount St. Elias

Posted by By at 11 April, at 12 : 03 PM Print

DVD – Veröffentlichung: Kritik zu Mount St. Elias

Filmkritikvon Ilija Glavas

Mount St. Elias  – Abenteuer, Dokumentarfilm, Österreich 2009

Regie: Gerald Salmina

Darsteller: Axel Naglich, Jon Johnston, Peter Ressmann

DVD Veröffentlichung : 07. April 2011

Laufzeit: 104 min.

FSK: ab 12 Jahren

Story: Im Jahr 2007 begeben sich Axel Naglich, Jon Johnston und Peter Ressmann auf eine un­glaubliche Extremtour: Auf Skiern wollen sie den 5489 Meter hohen Berg an der Küste Alaskas, den sie zuvor bestiegen haben, hinunter­fahren. Die längste Abfahrt der Welt beträgt gigantische 35 km. Der österreichische Extremsport­regisseur Gerald Salmina hat die längste Skiabfahrt der Welt in spektakulären Bildern dokumentiert, zeigt aber auch dramatische Szenen von der missglückten Expedition im Jahr 2002. Hautnah erlebt der Zuschauer die mentalen und körperlichen Belastungen, denen die todes­mutigen Skialpinisten ausgesetzt sind.

Filmkritik:

„Wenn du es schaffst, bist du der Held – wenn nicht, bist du Tot“. Zitat: Axel Naglich

Der Hauptdarsteller ist der Berg St. Elias, relativ gesehen der höchste Berg der Welt, ragen doch „nur“ 3.500 der 8.848 Meter des Mount Everest aus dem Hochland heraus. Der Mount St. Elias hingegen, der zweithöchste Berg der USA und Kanada, erstreckt sich in atemberaubender Pracht vom Meeresspiegel bis zum Gipfel.

Regisseur Salmina fängt die mehrmonatige Mission der Extremalpinisten mit tollen Bildern ein. Ob aus dem Helikopter oder von den Kameramännern Günther Göberl und Beat Kammerlander direkt an den Hängen. Der Beginn seines Dokumentarfilms wirkt reichlich misslungen. In großen lässigen Buchstaben bekommt der Zuschauer,  unterstützt vom rockigen Soundtrack, die Mitteilung „Based on True Events“ vor die Augen geknallt, wie man sie plakativer  sehr selten erlebt hat. Auch der etwas E- Gitarren lastige Soundtrack, mit dem der Regisseur die ersten Abfahrten von Naglich und seinen Mitstreitern unterlegt, passt so gar nicht. Nach einer guten halben Stunde finden die Bilder ihren passenden Rahmen und musikalischen Rythmus, die spannende Atmosphäre wird nun vom Piano begleitet, statt durch rockige Giterrenriffs.

George Mallory wurde seinerzeit gefragt warum er denn unbedingt den Mount Everest besteigen wolle. Antwort des Engländers: „Weil er da ist“. So ließ er auch bei einem seiner Versuche 1924 sein Leben. Es war –  im Alpinen Bergsport, nicht das Erste – und auch nicht das letzte Mal.

Lasst das Zicken

Immer wieder werden- parallel zum Geschehen – nachgestellte Szenen und Interviews zu der Tragödie von 2002 gezeigt, die Skiflugzeugpilot Paul Claus damals miterlebt hat. Es sind stets dieselben Bilder: Das Abstürzen des Amerikaners im Schneetreiben, die in den Schnee gestampfte Nachricht „2 Tote“ der Überlebenden, die Paul Claus damals von seinem Flugzeug aus las. Die dramaturgischen Beweggründe lassen die missglückten Bilder verzeihen, allerdings hätte Salminas Film ebenso gut auf sie verzichten können. Am Ende haben die Männer nicht exakt das erreicht, was sie wollten, aber dennoch triumphiert. Der grandiose Blick vom Gipfel dauert lediglich zehn Minuten, im Vergleich zu den fünf Stunden, die sie an jenem Tag für den Aufstieg gebraucht haben. Ein kurzes Schwenken der Nationalflagge, dann geht es auf den Skiern wieder abwärts. „Hier wird bei diesen Bedingungen sobald niemand mehr herunterfahren, mich eingeschlossen“, sagt Naglich hinterher. Ein kurzer Triumph, insbesondere für Peter Ressmann, der am 28. Mai 2010 aufgrund einer kleinen Unachtsamkeit bei einem routinemäßigen Abseilen in den Salzburger Bergen tödlich verunglückte. „Wer stürzt, ist tot“ – eine bittere Wahrheit.

Fazit: Der Ausflug auf den Berg ist für den Zuschauer kein Adrenalin auf DVD.Mount St. Elias ist nicht sehr spannend, denn Niemand geht davon aus, dass einer der beteiligten Männer abstürzt. Dennoch bietet der Film viel Material, um jeden erahnen zu lassen, welche Naturgewalten dort herrschen. Zeitweise, wenn auch wohl eher unbeabsichtigt – kommt es zu lustigen Momente, wenn Naglich – dessen Abenteuer von Red Bull gesponsert wurde, was er mit einem kräftigen Schluck Red Bull und einem Werbe – Helm des Sponsors, honoriert – Johnston hier und da etwas gefühlskalt angeht: „Stop bitchin´around  – hör auf zu Zicken“. Mount St. Elias ist solide Unterhaltung ohne das Blut in den Adern gefrieren zu lassen.

Jetzt auf DVD.

Wertung: 6 / 10

10        Meisterwerk
8-9       sehr gut
6-7       gute Unterhaltung
5          gerührt statt geschüttelt
3-4       geht grad noch
1-2       miserabel
0          ohne Worte

Danke an Arthaus & Kinowelt Home Entertainment

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